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23. Dezember 2015, 11:32
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Ellwanger & Geiger: Zittrige Jahresendrallye

Michael Beck, Leiter Asset Management beim Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger, mit seiner Einschätzung zur Lage an den Kapitalmärkten.

Michael Beck-Kopie in Ellwanger & Geiger: Zittrige Jahresendrallye

Michael Beck, Ellwanger & Geiger

Ein Krisenjahr neigt sich dem Ende zu. Griechenland, Ukraine, IS-Terroranschläge, ein ungebremster Flüchtlingsstrom, der aus dem Zerfall des Nahen Ostens resultiert und den Zusammenhalt in Europa gefährdet, sowie zunehmend instabilere politische Verhältnisse in Europa, ließen die markanten Kursgewinne der europäischen Aktienbörsen des ersten Quartals abschmelzen wie den zurzeit nicht mehr vorhandenen Schnee in den Alpen.

Geldschwemme stützt Aktienmärkte

Der dünne Handel wird zunehmend durch den maschinellen Handel geprägt und neigt zu wenig vorhersagbaren Verläufen. An den Vorweihnachtstagen notiert der Dax meist morgens mit 100 Punkten im Plus, mittags mit 100 Punkten im Minus, um dann abends quasi unverändert aus dem Markt zu gehen. Größeres Ungemach wurde in Europa bisher nur durch die stark expansiv ausgerichtete Geldpolitik der EZB verhindert. Die anhaltende Geldschwemme sorgt für Unterstützung der Aktienmärkte. Der dadurch niedrig gehaltene Euro und der unerwartet niedrige Ölpreis stellen ein Konjunkturprogramm für Europa dar.

Gestärktes Verbrauchervertrauen

Durch die auseinanderdriftende Zinspolitik in den USA und Europa und aufgrund des eklatanten Konkurrenzkampfes der ölproduzierenden Länder werden diese beiden unterstützenden Faktoren noch weit ins neue Jahr reichen. Insbesondere das Verbrauchervertrauen in Europa wird durch diese Rahmenbedingungen gestärkt. Die höhere binnenorientierte Konsumleistung ersetzt dadurch Einbußen im europäischen Exportgeschäft, die durch die leichten Bremsspuren der Weltwirtschaft verursacht sind.

Vielfalt und Häufigkeit von Krisen erhöht

Prognosen für das nächste Jahr gestalten sich dennoch relativ schwierig. Die Vielfalt und Häufigkeit internationaler geopolitischer Krisen haben sich deutlich erhöht. Die Tendenz zu nationalstaatlicher Ausrichtung manifestiert sich nicht nur in der “Brexit”-Diskussion um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, sondern auch in der Euro-Diskussion in Finnland und dem Erstarken der politischen links- und rechtsextremen Lager. So werden sich nächstes Jahr die positiven und negativen Faktoren wohl weitgehend die Waage halten und für ein spannendes Anlagejahr 2016 sorgen.

Foto: Ellwanger & Geiger

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