Investec AM erwartet steigenden Ölpreis

Der Investitionsrückgang im Ölsektor wird die Preise im Jahresverlauf wieder steigen lassen. So lautet die Analyse von Tom Nelson und Charles Whall von Investec Asset Management.

Experten glauben, dass der Ölpreis weiter zulegen wird.

Das Duo managt gemeinsam den Energierohstofffonds Investec GSF Global Energy Fund. „Die Entscheidung der Opec, ihren Marktanteil auf Kosten des Ölpreises zu verteidigen, hat weltweit die größten Ausgabenkürzungen seit den 1980er Jahren ausgelöst. Der Effekt auf Investitionen und Produktion dürfte noch für Jahre spürbar bleiben“, meint Nelson. Die aktuell negativen Erwartungen an die Entwicklung des Ölpreises seien vor allem auf die Lagerbestände in den USA zurückzuführen, die sich saisonbereinigt auf hohem Niveau bewegten und weiter anstiegen.

Nachfrage steigt weiter

Mittelfristig sei jedoch mit weiter steigender Nachfrage zu rechnen, die durch sinkende Produktionskapazitäten nicht aufgefangen werden könne: „Der Markt kommt wieder ins Gleichgewicht, doch die großen Ölproduzenten dürften trotzdem nicht von diesem Szenario profitieren. Denn der Preisanstieg wird auf rückläufige Investitionen zurückzuführen sein, die den Sektor zu einem Zeitpunkt treffen, zu dem er bereits Schwierigkeiten hat, sinkende Förderkapazitäten durch Neuerschließungen aufzufangen“, sagt Whall.

Bohraktivität in den USA ist stark rückläufig

Nachdem die OPEC sich festgelegt hat, richteten sich die Augen nun auf die Schieferölindustrie in den USA. „Entscheidend wird sein, wie schnell die Tätigkeit dort zurückgeht und wann sich der Rückgang auf die Produktionskapazitäten niederschlägt“, so Fondsmanager Nelson. Seit ihren Höchstständen im Oktober 2014 sei die Zahl der Bohranlagen in den USA bereits um 40 Prozent gesunken – ein Trend, der sich in der ersten Februarhälfte stark beschleunigt hat.

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Die Experten beobachten einen scharfen Rückgang der Kapitalausgaben seitens der Ölproduzenten in den USA: „Die Lage dürfte sich weiter eintrüben, denn viele Unternehmen haben ihre Budgetpläne für 2015 noch im Dezember aufgestellt, bevor der Preis für die amerikanische Leichtölsorte West Texas Intermediate (WTI) unter 60 US-Dollar pro Barrel gefallen ist.“

„Weltweite Fördermengen dürften für Jahre sinken“

Die Fondsmanager rechnen nicht damit, dass diese Ausfälle durch andere internationale Produzenten aufgefangen werden können. „Der niedrige Ölpreis hinterlässt im gesamten globalen Ölsektor seine Spuren, und Länder wie Nigeria, Venezuela oder Libyen stehen zusätzlich vor politischen Schwierigkeiten“, so Nelson. (mr)

Foto: Shuttertsock

 

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