Anzeige
14. Juli 2015, 16:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ölpreise rutschen nach Einigung im Atomstreit mit Iran ab

Er war lange erwartet worden – als der Durchbruch im Atomstreit mit dem Iran nun kam, reagierten die Rohölpreise aber doch recht heftig. Die Menge auf dem Weltmarkt dürfte weiter zunehmen, wenn das Land wieder exportieren darf. Werden auch Benzin und Heizöl noch billiger?

Oel-Plattform-Nacht-750 in Ölpreise rutschen nach Einigung im Atomstreit mit Iran ab

Erleichterung am Ölmarkt: Nach Angaben von westlichen Diplomaten ist der Atomstreit mit dem Iran beigelegt.

 

Die Einigung mit dem Iran im Streit um Teherans Atomprogramm hat die Ölpreise deutlich fallen lassen. Mit dem schrittweisen Abbau von Wirtschaftssanktionen kann das Land mehr Rohöl ins Ausland liefern.

Großes Angebot

Da bereits riesige Mengen des schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt sind, kommen die Preise weiter unter Druck – selbst wenn Experten davon ausgehen, dass der Iran aus technischen Gründen erst langsam seine Förderung erhöhen kann. Mittelfristig könnten auch die Sprit- und Heizölpreise weiter fallen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete zeitweilig 56,75 Dollar. Das waren 1,10 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,04 Dollar auf 51,16 Dollar.

Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini ist der Atomstreit beigelegt. Die sieben beteiligten Staaten erzielten nach mehr als zweiwöchigen Verhandlungen in Wien eine Einigung. Der Iran verpflichtet sich dabei, sein Atomprogramm drastisch zurückzufahren.

Die Vereinbarung sieht auch vor, dass die Sanktionen des Westens gegen Teheran aufgehoben werden. Damit ist der Weg für höhere Ölexporte des wichtigen Förderlandes Iran frei. In den vergangenen Handelstagen hatte bereits die Aussicht auf eine Einigung die Ölpreise gesenkt. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Ölmarkt bereits jetzt «massiv überversorgt», und es sei mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

Rohstoffexperten der Commerzbank gehen aber nicht davon aus, dass der Iran seine Ölförderung rasch erhöhen wird. Erst müssten die Produktions- und Transporteinrichtungen nach mehr als drei Jahren der Stilllegung wieder instandgesetzt werden. Allerdings verfüge das Land über große Lagerbestände, die zunächst exportiert werden könnten.

Verbraucher profitieren

Verbraucher profitieren bereits seit längerem von den niedrigen Preisen auch für Ölprodukte. So drückten sinkende Energiepreise die Inflationsrate in Deutschland im Juni erstmals seit Januar wieder. Die Verbraucherpreise lagen nur um 0,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Die Commerzbank geht von einem Anstieg des iranischen Ölangebots um maximal 500.000 Barrel pro Tag bis Mitte 2016 aus und um weitere 500.000 Barrel bis Ende 2016. Laut Schätzungen förderte die Opec im Juni erneut deutlich mehr als die anvisierten 30 Millionen Barrel täglich, wobei der Anteil Saudi-Arabiens bei etwa 10,5 Millionen Barrel lag.

Experte Frederik Kunze von der Nord LB sieht aber noch einen weiteren Grund für eine vergleichsweise langsame Rückkehr des iranischen Öls auf den Weltmarkt. Sollte die Führung in Teheran den Ölhahn zu rasch aufdrehen, könnte dies zu Spannungen innerhalb der Opec führen.

Zwar sei das Ölkartell mitverantwortlich für den Verfall der Rohölpreise, der Mitte 2014 eingesetzt hatte, so der NordLB-Experte. Ein neuerliches Einbrechen der Notierungen würde für den Iran aber die Gefahr einer Konfrontation mit anderen Opec-Ländern bergen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Risiko-LV: Kunden gewinnen, Abschlussquoten steigern

Risiko-Lebensversicherungen machen laut Branchenzahlen mehr als ein Fünftel des Neugeschäftes der deutschen Lebensversicherer aus. Was Anbieter tun können um sich im Wettbewerb erfolgreich aufzustellen, hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen untersucht.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...