Schweizer Börse stürzt ab

Die Schweizer Börse bricht dramatisch ein, nachdem die Schweizer Notenbank beschlossen hat, den Kurs des Franken nicht mehr an den Euro zu koppeln. Um mehr als 14 Prozent gab der Leitindex SMI kurzfristig nach, liegt nach leichter Erholung bei minus zehn Prozent.

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt.

Eine Ursache für den Absturz ist, dass viele Investoren von dem Schritt der Notenbank überrascht worden sind.

Deutsche AWM: „Vertrauen in Notenbanken erschüttert“

Dirk Aufderheide, Chief Currency Strategist Active der Deutschen Asset & Wealth Management, kommentiert den Schritt der Schweizer Notenbank folgendermaßen: „Das ist ein überraschender Schritt der SNB. Die Frage ist nun, was das für die Realwirtschaft bedeutet. Der starke Ölpreisverfall zusammen mit Flash-Crash-Aufwertung des Franken birgt eine sehr große Deflationsgefahr. Die Schweizer Unternehmen verlieren stark an Wettbewerbsfähigkeit. Und in der Finanzindustrie könnte es einige Investoren auf dem falschen Fuß erwischt haben. Auf das Vertrauen in Zentralbanken eine Anlagestrategie aufzubauen, ist hochproblematisch. Und natürlich stellt sich nun die Frage: Wie vertrauenswürdig sind Zentralbanken?“

Für Aufderheide hat die Notenbank ein zu hartes Vorgehen gewählt: „Sie hätte aber auch eine sanftere Abkehr wählen können, etwa über eine Bindung an einen Währungskorb. Der völlige und abrupte Rückzug erscheint aktuell kontraproduktiv für die EZB.“ Die Schweizer Notenbank gehörte bislang zu den größten Euro-Käufern und hat das Geld unter anderem in Euro-Staatsanleihen investiert.

Der deutsche Leitindex Dax zeigt sich unbeeindruckt, liegt mit rund zwei Prozent auf Tagessicht im Plus. (mr)

Foto: Shutterstock

 

 

 

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