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2. März 2015, 11:16
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Vom Langweiler zum Liebling

Kolumne: Martin Stenger, Fidelity Worldwide Investment

Vor fünf Jahren gab es 15 global investierende Dividendenfonds, heute sind es 34. Der Grund ist klar: Galten Dividenden lange als langweiliges Zubrot einer Aktienanlage, stellen sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine interessante Alternative zu Zinsanlagen dar. Vorsicht ist jedoch bei hohen Dividendenversprechen von Unternehmen geboten.

Fidelity

Martin Stenger, Fidelity Worldwide Investment

Dividendenfonds locken mit der Aussicht auf regelmäßige attraktive Erträge selbst Anleger, die bislang einen Bogen um den Aktienmarkt gemacht haben. Das aktuelle Umfeld unterstützt Dividendenstrategien aus mehreren Gründen: Zum einen werden die Zinssätze noch länger historisch niedrig bleiben. Entsprechend attraktiv bleiben Dividendenausschüttungen. Zum anderen besitzen viele Unternehmen hohe Liquiditätsreserven. In zahlreichen Branchen können Firmenchefs deshalb weitere Dividendenerhöhungen anpeilen.

Luft nach oben für Dividenden

Die Aussichten auf Dividendenwachstum sind also gut, vor allem in Regionen, die bislang nicht unbedingt mit Dividendenerträgen assoziiert werden. So schütten heute im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan rund 95 Prozent der Unternehmen Dividenden aus. Dabei liegt die Payout-Ratio bei rund 40 Prozent. Es gibt also noch Luft für steigende Ausschüttungen.

Hinzu kommt: Eine globale Dividendenstrategie bietet unabhängig vom Stadium des Zinszyklus Diversifikationsvorteile, einen Puffer gegen Kursschwankungen, vorhersehbare Erträge und bei Wiederanlage der Dividenden ein enormes Renditepotenzial. Tatsächlich tragen Dividenden auf längere Sicht den Löwenanteil zur Rendite von Aktien bei.

Betrachtet man den US-Aktienmarkt von 1900 bis ins Jahr 2010, lagen die reinen Kursgewinne bei durchschnittlich 1,9 Prozent pro Jahr. Inklusive Dividenden waren es 6,3 Prozent. Ähnlich sieht es am deutschen Aktienmarkt von 1970 bis 2014 aus: Hier steuerten Dividenden die Hälfte der durchschnittlichen jährlichen Rendite von fünf Prozent bei. Zudem haben sich dividendenstarke Aktien langfristig als weniger anfällig für Schwankungen erwiesen und eine bessere Wertentwicklung erzielt als der Gesamtmarkt.

Die Herausforderung ist es, jene Unternehmen zu finden, die verlässlich Jahr für Jahr gleichbleibende oder steigende Dividendenzahlungen leisten. Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Allgemein kann man sagen, dass bei einer prognostizierten Dividendenrendite von mehr als 5-6 Prozent die Wahrscheinlichkeit deutlich steigt, dass die versprochene Dividende in der Realität nicht erreicht wird. Daher muss der Aktienauswahl eine umfassende Analyse der Unternehmen und ihres Umfeldes vorausgehen.

Doch welcher Dividendenfonds ist der richtige? Vieles spricht auch hier für Diversifikation. Anleger sollten sich nicht nur einen Fonds anschauen, sondern mehrere und sie möglicherweise miteinander kombinieren. Denn die mittlerweile 34 erhältlichen globalen Dividendenfonds unterscheiden sich zum Teil erheblich in ihrer Strategie.

Autor Martin Stenger leitet den Vertrieb für unabhängige Finanzberater und Versicherungen bei der Fondsgesellschaft Fidelity Worldwide Investment in Deutschland.

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