29. Januar 2015, 11:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Wirtschaftspolitik muss wieder Wirtschaftspolitik betreiben

Selbstverständlich müssen bei der Staatsverschuldung immer zwei Bedingungen strikt eingehalten werden: Erstens müssen die Maastricht-Neuverschuldungskriterien ohne Wenn und Aber erfüllt sein. Hier muss Deutschland Vorbild sein. Und zweitens dürfen die öffentlichen Mittel nicht für staatlichen Konsum oder wahlpopulistischen Schnick-Schnack verwendet werden.

Mit derartigen Infrastrukturinvestitionen schlüge die deutsche Politik gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Neben dem Aufbau einer erstklassigen deutschen Infrastruktur profitierten auch unsere Euro-Partnerländer von mehr Industrie- und Bauaufträgen. Damit täte Deutschland im Übrigen auch etwas für den Euro-Wirtschaftsfrieden.

Einen guten Wirtschafts-Vorsatz für 2015 fassen

Deutsche Politiker sollten nie vergessen, wie im Extremfall Ruckzuck – siehe ab 2008 – aus einem soliden deutschen Aufschwung ein Abschwung mit anschließender Rezession wurde. Nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur wirken gegen Rezessionen wie Vitamine gegen Erkältungen.

Übrigens könnte man an Infrastrukturprojekten auch private Investoren – wie dies bereits in anderen Ländern der Fall ist – beteiligen. Was ist denn als Anlageprojekt plausibler als die finanzielle Beteiligung an z.B. Autobahnen oder Brücken, die die Anleger selbst befahren. Überhaupt, große Kapitalsammelstellen wie Versicherungen suchen händeringend nach attraktiven Anlageideen jenseits der ausgetretenen Pfade des Zinsvermögens.

Also Herr Schäuble, fassen Sie einen guten Vorsatz für 2015: Sparen Sie nicht an der deutschen Infrastruktur, investieren Sie darin. Dann klappt es auch wieder mit deutschen Unternehmensinvestitionen. Nicht zuletzt würde es die deutschen Aktien und deren Aktionäre, die ja auch Wähler sind, freuen.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator. Er ist aus Funk und Fernsehen bekannt und schreibt regelmäßig für Cash.

Foto: Baader Bank

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Neuer Streit um die Grundrente: Was DGB und CDU zu sagen haben

Abseits der Frage, wie sich Menschen künftig durch Städte bewegen, findet eine neuerliche Auseinandersetzung zur Grundrente statt. Kontrahenten dieses Mal sind Amelie Buntenbach, Mitglied im DGB-Vorstand, und Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag. “Sozialklimbim” oder nicht lautet ihr Streitthema.

mehr ...

Immobilien

Studentenstädte: Hohe Mieten fressen Bafög-Wohnpauschale

Um die Bafög-Förderung an die aktuellen Preisentwicklungen anzupassen, hat der Bundestag die Anhebung des Satzes beschlossen. Doch die gewünschte Entlastung für Studenten bleibt in vielen Städten aus, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Was waren interessantesten Investment-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Berater

Kapitalmarkt: Europäische Finanzminister machen Druck

Angesichts mangelhafter Finanzierungschancen für Firmen in Europa machen Deutschland, Frankreich und die Niederlande Druck für einen einheitlicheren Kapitalmarkt. Das geht aus einem Brief der Finanzminister der Länder an die EU-Institutionen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Urteil: Nur Auslands-Krankenschutz hilft bei hohen Kosten

Ein aktuelles Urteil des Sozialgerichtes Gießen zeigt einmal mehr, warum auch bei Reisen in Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat, ein Auslandsreise-Krankenschutz abgeschlossen werden sollte. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Krankheit oder Unfall im Urlaub meist nur einen Bruchteil der Kosten.

mehr ...