Anzeige
4. Juli 2016, 09:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Börsenfusion auf der Kippe – LSE-Aktionäre stimmen ab

Der geplante Zusammenschluss der Börsen von Frankfurt und London steht nach dem Nein der Briten zur EU auf der Kippe. Dass London wie vorgesehen rechtlicher Hauptsitz der neuen europäischen Superbörse wird, wird immer unwahrscheinlicher.

Boerse Frankfurt Shutterstock 92863666-Kopie-2 in Börsenfusion auf der Kippe - LSE-Aktionäre stimmen ab

Der Zusammenschluss der Deutschen Börse und der London Stock Exchange steht auf der Kippe.

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) wollen ihr Fusionsvorhaben zwar nicht vom Brexit-Votum durchkreuzen lassen. Doch die Hürden sind höher geworden. Als eine der niedrigsten gilt noch die Abstimmung der LSE-Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Montag (4. Juli).

Brexit erschwert möglichen Londoner Hauptsitz

Dass die europäischen Aufsichtsbehörden einen Sitz außerhalb der EU nicht genehmigen werden, sei spätestens mit der klaren Positionierung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin klar, sagen Insider. Deren Chef Felix Hufeld hatte erklärt, der wichtigste Börsenplatz im Euroraum könne nicht von einem Standort außerhalb der EU gesteuert werden. Die Bafin hat bei der Kontrolle des Zusammenschlusses zwar kein direktes Vetorecht, gilt aber als wichtiger Ratgeber.

Die Politik in London müsse nun ihre Forderung aufgeben, dass der rechtliche Hauptsitz des fusionierten Konzerns in der britischen Hauptstadt sein muss, heißt es in Verhandlungskreisen. Andernfalls sei der Deal tot.

Deutsche Börse soll 54 Prozent Anteil an neuer Firma erhalten

Deutsche Börse und LSE hatten sich im März auf den milliardenschweren Zusammenschluss geeinigt. Die Deutsche Börse soll mit gut 54 Prozent die Mehrheit halten. Das Tagesgeschäft soll wie bisher von den beiden Zentralen in Eschborn bei Frankfurt sowie London gesteuert werden.

Dass die Dachgesellschaft ihren rechtlichen Sitz in London haben soll, war nach Angaben der Deutschen Börse eine ausdrückliche politische Vorgabe der Regierung von Premierminister David Cameron. Dieser hat nach der Niederlage bei der Brexit-Abstimmung seinen Rücktritt für Oktober angekündigt.

Am 23. Juni hatten knapp 52 Prozent der Briten dafür gestimmt, dass Großbritannien als erstes Land überhaupt die Europäische Union verlässt. Die Kritiker eines Börsen-Hauptsitzes in London hoffen nun, dass Frankfurt das Rennen machen wird. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...