6. Mai 2016, 08:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Diabetes – eine große Herausforderung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im April 2016 einen Welt-Diabetes-Bericht veröffentlicht und lenkt die Aufmerksamkeit damit auf eine Stoffwechselstörung, von der im Jahr 2014 scheinbar nur wenig bemerkt über 420 Millionen Menschen weltweit betroffen waren. Eine schleichende Entwicklung? Gastkommentar von Sebastian Leins, Ökoworld AG.

Leins 2016-Kopie in Diabetes – eine große Herausforderung

Sebastian Leins ist Deputy Head of Sustainability Research bei der Ökoworld AG.

Diabetes-Erkrankung

Bei Diabetes mellitus – kurz Diabetes oder umgangssprachlich Zuckerkrankheit – kann der Körper ein zur Verfügung stehende Hormons namens Insulin nicht ausreichend verstoffwechseln (Typ 2 Diabetes). Oder der Körper ist nicht (mehr) dazu in der Lage, ausreichend Insulin selbst zu produzieren (Typ 1 Diabetes). In beiden Fällen führt es dazu, dass die Funktion, die das Hormon im Körper hat – nämlich die Regulierung des Blutzuckerspiegels, und damit die Verteilung in die Zellen – nicht mehr ausreichend gewährleistet ist.

Ein solches Ungleichgewicht kann schwerwiegende Folgen haben – bis hin zum Tod –  und muss daher behandelt werden. In vielen Fällen muss eine medikamentöse Behandlung stattfinden, das heißt eine regelmäßige Gabe von Insulin muss in den Körper erfolgen.

Komplexe Zusammenhänge

Neben der Behandlung der erkrankten Menschen ist es unabdingbar, weitere Menschen vor einer solchen Erkrankung zu schützen. Dazu ist es aber notwendig, sich mit den Ursachen einer solchen Erkrankung auseinanderzusetzen. Gerade bei Diabetes können diese aber komplex sein – neben der Erkrankung einzelner Organe können auch genetische Defekte dafür verantwortlich sein.

Es ist nicht mehr umstritten, dass Diabetes verschiedene andere Krankheiten begünstigt. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Nierenversagen gehören zu diesen gefährlichen Erkrankungen. Auch wenn die Ursachen komplex sind, so scheint eines deutlich: Ernährung, mangelnde Bewegung und Stress haben einen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen und damit auch auf die Gefahr, an Diabetes zu erkranken. Und es ist auch Nicht-Fachleuten einleuchtend, dass eine Ernährung, die zu viel Zucker, Fett und Salz enthält, für unseren Körper eine große Herausforderung darstellt. Selbiges gilt für den Drogen- und Alkoholkonsum und das Rauchen.

Gesunde Ernährung und Bewegung als Prävention

Und auch wenn im Rahmen dieses Beitrags einige Zusammenhänge nur kurz angerissen und nicht abschließend diskutiert werden können, so ist klar, dass eine gesunde Ernährung mit ausreichend Bewegung die bestmögliche Prävention darstellt, um zumindest die Erkrankung mit Typ 2 Diabetes vorzubeugen. Dieses ist auch das Fazit und die dringende Empfehlung der WHO. Besonders wichtig ist daher auch die bewusste und gesunde Ernährung von Kindern sowie deren Freude an Bewegung.

Was im frühen Stadium nicht erlernt wird, wenn der Körper sich an Bewegung und das Essen gewöhnt, das kann später nur mit erhöhtem Aufwand rückgängig gemacht werden. Im Extremfall kann eine Erkrankung schon bei Kindern erfolgen.  Gefragt ist also ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem das Bewusstsein der einzelnen Menschen geformt werden muss. Unterstützt durch staatliche Programme und durch die (vor-)schulische Bildung bis hin zur Ernährung in Kindertagesstätten.

Herausfordernder Alltag

Aber unser Alltag und unsere Umwelt machen es uns nicht immer leicht, diesen Weg der Gesundheit einzuschlagen. Wenig Zeit für Essen (selbst schon bei Schulkindern), einfache Verfügbarkeit von salzigen und fettigen Speisen (vielfach deutlich günstiger als gesunde Alternativen) sowie die schnellen Süßigkeiten nebenher oder zwischendurch. Ebenso die Omnipräsenz süßer Getränke, wie Cola oder der Zucker im Kaffee und im Tee. Und wenn wir ehrlich sind, dann nehmen wir viel häufiger Werbung für die zu süße, zu salzige und zu fettige Ernährung wahr, als deren Alternativen. Schon früh in einem noch jungen Leben beginnt diese Werbung zu greifen. Dahinter stehen dann Unternehmen, die mit unserer ungesunden Ernährung viel Geld verdienen. Und auch im Supermarkt sind zum Beispiel die Regale mit den Süßigkeiten immer ganz bewusst platziert, um uns einzuladen, zuzugreifen.

Was bleibt?

Eine große Herausforderung für uns alle. Eine umfangreiche Bewusstseinsbildung bei Eltern und Kinder, bei Berufstätigen und alten Menschen muss erfolgen, unterstützt von Anreizen, sich gesund zu ernähren und ausreichend zu bewegen. Denn neben den individuellen Risiken beschreibt die WHO auch die Risiken für die Gesundheitssysteme, die die Kosten der Erkrankung tragen müssen. In Ländern ohne solche Gesundheitssysteme ist das Risiko für die einzelnen erkrankten Menschen noch größer.

Sebastian Leins ist Deputy Head of Sustainability Research bei der Ökoworld AG, Hilden.

Foto: Ökoworld AG

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Überlastet und ausgebrannt

Hoher Zeitdruck und zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch zu viel Arbeit für die eigentlich vereinbarte Arbeitszeit sind Faktoren, die bei vielen Beschäftigten hierzulande zu Überlastung führen. Das zeigt der aktuelle DGB-Report „Arbeiten am Limit“.

mehr ...

Immobilien

Tipps für Mieter: Betriebskostenabrechnung ohne böse Überraschungen

Zu hoher Warmwasserverbrauch, einmalige Reparaturen oder ein falscher Umlageschlüssel: Die jährliche Betriebskostenabrechnung sorgt bei Mietern und Vermietern immer wieder für Streit und Diskussionen. Dabei muss nicht immer ein zu hoher Wasser- und Heizungsverbrauch des Mieters die Ursache für eine falsche Betriebskostenabrechnung sein. Nicht selten sind Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Worauf Mieter daher achten sollten, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleiters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia kauft Healthcare-Immobilie in Hamburg

Das Immobilienunternehmen Patrizia AG hat für seinen Fonds Pflege Invest Deutschland I eine gemischt genutzte Immobilie mit Schwerpunkt auf sozialer und medizinischer Versorgung in Hamburg erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...