Filialsterben der Bank eröffnet Raum für neue Kreativität

Die Mitteilung der Deutschen Bank am Wochenende, rund ein Viertel ihrer Filialen zu schließen, ist nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Schon seit Jahren ziehen sich viele Institute aber auch Sparkassen aus der breiten Fläche zurück. Der Rademacher-Kommentar

Tim Rademacher, leitender Redakteur bei Cash., schätzt die aktuelle Entwicklung im Finanzdienstleistungsbereich ein.
Tim Rademacher, leitender Redakteur bei Cash., schätzt die aktuelle Entwicklung im Finanzdienstleistungsbereich ein.

Obwohl es auch in zwanzig Jahren in den Mittel- und Oberzentren weiterhin Filialen geben wird, bleibt der Trend zu weiteren signifikanten Standortschließungen bei den Banken nahezu ungebrochen. Dies liegt vor allem an dem unaufhaltbaren Trend zur Digitalisierung bei den Finanzdienstleistungen.

Entsprechend zurückhaltend sind auch die Investoren derzeit, welche die Aktien der Deutschen Bank aber auch der Commerzbank in den vergangenen Monaten massiv abverkauft haben. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 18 Milliarden beziehungsweise 7,4 Milliarden Euro sind beide Gesellschaften schon lange nicht mehr in der Spitzengruppe der wertvollsten deutschen Unternehmen vertreten. Aktuell wird die Softwarefirma SAP immerhin mit 88 Milliarden und der Chemiekonzern Bayer 76 Milliarden Euro bewertet.

In jeder Krise liegt auch eine Chance

Die aktuelle Bewertung offenbart, wie schlecht die Investoren die Zukunftsaussichten für beide Institute einschätzen. Eine alte Börsenweisheit lautet nicht umsonst, dass auf dem Parkett die Zukunft gehandelt wird. Allerdings liegt auch in jeder Krise eine Chance.

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Zum einen werden aktuell massiv neue Jobs in der Fintech-Industrie geschaffen. So entstehen in Orten wie Genf und Singapur, aber auch in Frankfurt und Berlin ständig neue Fintech-Labore, die überaus kreative Lösungen entwickeln. Zum anderen dürften sich die Kosten für viele standardisierte Finanzdienstleistungsprodukte auch in Zukunft deutlich reduzieren. Mussten Anleger beispielsweise noch in den 1990er-Jahren rund ein Prozent des Gegenwertes einer Aktienorder als Gebühren entrichten, so sind bei vielen Anbietern diese Dienste mittlerweile für 0,25 Prozent oder teilweise 0,1 Prozent des Ordergegenwertes erhältlich. Zudem bieten Online-Banken Produkte für Ratenkredite oder Dispositionskredite zu deutlich niedrigeren Zinsen an, als dies die allermeisten klassischen Banken können.

Seite zwei: Herausforderungen für Banken bleiben hoch

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