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31. Mai 2017, 10:00
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“Aktien werden von Unternehmensgewinnen unterstützt”

Larry Hatheway vom Asset Manager GAM plädiert für robuste Portfolios, um politischen Unsicherheiten begegnen zu können. Ein Marktteilnehmer, der nicht aus dem Politik-Sektor kommt, könnte indes für Unruhe sorgen.

Hatheway C-Kopie in Aktien werden von Unternehmensgewinnen unterstützt

Larry Hatheway, GAM, sieht weiter gute Perspektiven für die Märkte.

Unsere Prognose für die Märkte bleibt zuversichtlich. Die Trends, die vom zweiten Halbjahr 2016 bis zu den ersten Monaten 2017 zu beobachten waren, dürften andauern. Die Treiber der Marktperformance haben sich allerdings verändert. 2016 und Anfang 2017 wurde die Risikobereitschaft durch positive Wachstumsüberraschungen und eine wachstumsorientierte Politik in Washington unterstützt. Derzeit erhalten Aktien die größte Unterstützung von den Unternehmensgewinnen. Anfang 2017 erholten sich die Gewinne sowohl in den USA, insbesondere aber auch in Europa und selbst in einigen Schwellenländern. Die Anleihemärkte befinden sich indes nach wie vor in der Defensive. Dies resultiert hauptsächlich aus der Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weiter normalisieren wird, aber auch aus der um sich greifenden Annahme, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im späteren Jahresverlauf zu einer neutraleren Haltung übergehen wird.

Politische Unsicherheit in den USA macht Anlageentscheidungen schwierig

Die politische Unsicherheit in den USA machte sich in letzter Zeit auch an den Kapitalmärkten bemerkbar. Die Besorgnis über eine mögliche Behinderung der Justiz durch die US-Regierung löste einen Rückschlag aus. Es gestaltet sich nach wie vor schwierig, die politische Unsicherheit in die tägliche Entscheidungsfindung über Anlagen einzubeziehen. Früher bewährte Methoden, wie das Spekulieren auf einen Sprung bei der impliziten Volatilität, waren im letzten Jahr nicht sehr erfolgreich.  Vielmehr sind wir der Ansicht, dass robuste Portfolios, die verschiedene Strategien umfassen, die beste Möglichkeit sind, sich gegen unvorhersehbare Ereignisse zu wappnen. Dazu setzen wir etwa Relative-Value-, marktdirektionale und Carry-Positionen ein.

Ergebnis der britischen Parlamentswahlen eingepreist?

Sofern eine größere Überraschung ausbleibt, nehmen die Märkte das vermutliche Ergebnis der bevorstehenden Parlamentswahlen in Großbritannien weitgehend vorweg. Das britische Pfund hat sich erholt, denn die meisten Anleger rechnen mit einem historischen Wahlsieg der Konservativen. Dieser würde ihre geringe Mehrheit im Unterhaus stärken und Premierministerin May bei den Verhandlungen mit Europa eine größere Flexibilität verschaffen. Wir rechnen aber auch mit einigen negativen Überraschungen, die aus den tatsächlichen Brexit-Verhandlungen resultieren könnten. Großbritannien wird sich im Vergleich zur Position der EU als Ganzes und zu den Interessen der einzelnen europäischen Länder in einer schwachen Verhandlungsposition befinden, selbst wenn diese durch eine Tory-Mehrheit im Unterhaus gestärkt wird.

Fed setzt Normalisierungskurs fort 

In den USA dürfte die US-Notenbank Fed ihre geldpolitische Normalisierung mit einer weiteren Zinserhöhung im Juni und möglicherweise zwei weiteren Schritten vor dem Jahresende fortsetzen. Bis zum Ende des Jahres dürfte sie außerdem weitere konkrete Schritte zur Normalisierung ihrer Bilanz unternehmen. Unter anderem wird sie voraussichtlich bekannt geben, auf welche Weise ihr Wertpapierbestand reduziert werden soll.

EZB kann überraschen

Die größere Überraschung für die Kapitalmärkte dürfte von der EZB ausgehen. Die EZB verfolgt derzeit nicht nur eine außerordentlich expansive Geldpolitik, sondern tendiert auch zur Lockerung. Dies dürfte sich bald ändern. Die Richtungsänderung hin zu einer neutraleren Haltung könnte bereits im Juni eintreten, spätestens im September. Zu diesem Zeitpunkt werden die Märkte mit einer Drosselung und möglicherweise auch mit der Aufhebung der negativen Einlagensätze rechnen. Daher werden die Stellungnahmen und Maßnahmen der EZB im zweiten Halbjahr 2017 stärkere Auswirkungen auf die Märkte haben als die der Fed.

Larry Hatheway ist Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM.

Foto: GAM

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