Anzeige
18. Mai 2017, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

US-Healthcare: Defensiv und attraktiv

Hohe Gesundheitskosten und ungelöste Reformvorhaben der neuen US-Regierung haben zur Folge, dass die Erträge – zu großen Teilen staatsfinanziert – auf einem hohen Niveau bleiben. Davon profitieren laut Maximilian-Benedikt Köhn, DJE Kapital AG, Unternehmen im US-Healthcare-Sektor.

DJE-Maximilian-Benedikt-Koehn-Kopie in US-Healthcare: Defensiv und attraktiv

Maximilian-Benedikt Köhn, DJE, hält die Übergewichtung von Healthcare-Aktien aus verschiedenen Gründen für gerechtfertigt.

Die Gesundheitskosten in den USA sind in den letzten 50 Jahren signifikant angestiegen. Während die Ausgaben 1960 bei nur fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lagen, sind es inzwischen über 17,8 Prozent. Damit haben die USA weltweit mit Abstand die höchsten Gesundheitsausgaben sowohl absolut (umgerechnet deutlich mehr als 9.000 Euro pro Person) als auch relativ zum BIP. Im Vergleich dazu liegt der europäische Durchschnitt bei ca. zehn Prozent des BIP. Deutschland liegt mit gut 4.000 Euro pro Person bei elf Prozent des BIP.

Die Gründe für diese hohen Kosten sind vielfältig. Zu nennen sind vor allem der deutliche Anstieg der sogenannten Wohlstandskrankheiten wie beispielsweise Diabetes, Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall. Eine Möglichkeit, hohe Ausgaben im Gesundheitssektor zu reduzieren, sind Generika, die nach Ablauf des Patentschutzes des Ursprungsmedikaments auf den Markt gebracht werden. Aufgrund ihrer niedrigeren Entwicklungskosten sind sie in der Regel deutlich günstiger und kommen weitaus schneller auf den Markt. In den USA sind Generika trotz der geringeren Produktionskosten allerdings aufgrund von Rabattverträgen oftmals nur ca. 20 Prozent günstiger als Originalpräparate. Hierdurch hat das Originalprodukt auch ohne Patentschutz weiterhin eine extrem gute Marktposition. Ein gravierender Kostensenkungseffekt bleibt aus.

Reformstillstand im US-Gesundheitssektor

Hinzu kommt, dass eines der zentralen Vorhaben der neuen US-Administration, die Abschaffung von Obamacare, noch nicht umgesetzt werden konnte. Das Repräsentantenhaus stimmte zwar bereits für den neuen Gesetzesentwurf, allerdings muss auch noch der Senat zustimmen. Das bestehende Krankenversicherungssystem unterliegt einem systemischen Fehler: Jeder US-Bürger wird unter Obamacare dazu verpflichtet, sich zu versichern oder zahlt eine entsprechende Strafgebühr (ca. ein bis zwei Prozent des Brutto-Jahreseinkommens). Im Resultat versicherten sich besonders ältere Menschen mit medizinischer Vorgeschichte. Viele jüngere US-Bürger bevorzugten das moderate Bußgeld. Die hohen finanziellen Lücken werden zum Teil mit Hilfe von staatlichen Subventionen geschlossen. Trumps Idee: Ältere und vorerkrankte Versicherte sollen künftig einen höheren Beitrag bezahlen und gleichzeitig sollen Bedüftige (wie Arbeitslose) weniger finanzielle Unterstützung durch den Staat bekommen. Ob das Vorhaben der Trump-Regierung gelingt, ist durchaus fraglich, da die Republikaner in dem Senat mindestens 60 Stimmen benötigen, um das neue Gesetz zu verabschieden. Allerdings sind von den 100 Senatoren nur 52 Republikaner. Somit besteht erst einmal der Status quo – Obamacare bleibt.

Seite zwei: Reduzierung der Unternehmenssteuer und Offshore-Cashbestände und ihre Folgen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Jubiläumsheft

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Zukunft der Versicherungsbranche + Unangenehme Wahrheiten: Vermittlerzahlen täuschen

Versicherungen

bAV: Nürnberger stellt Pensionsfonds neu auf

Die Nürnberger Pensionsfonds AG erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). So kann sich beim bilanzförmigen Pensionsfonds die Kapitalanlage zukünftig automatisch an aktuelle Marktentwicklungen anpassen, um eine langfristig stabile Wertentwicklung zu erreichen. Mit Fidelity International konnte zudem ein neuer Partner im Bereich der Fondsanlage gewonnen werden.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Zinsen werden volatiler

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich unter anderem mit der finanziellen Lage Italiens, während die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder einmal am Leitzins gedreht hat.

mehr ...

Investmentfonds

Sieben Anlagestrategien für den Spätzyklus

Die USA erleben ihre zweitlängste wirtschaftliche Expansion, die bereits zehn Jahre andauert. Und auch wenn derzeit kein Ende in Sicht ist, stellt sich die Frage, wie lange dieser noch anhalten wird. Laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, spricht vieles dafür, dass sich die US-Konjunktur im Spätzyklus befindet. Er nennt sieben Strategien, mit denen Anleger ihre Portfolios defensiver Ausrichten können.

mehr ...

Berater

Fintechs: Die fairsten digitalen Finanzberater

Auf dem deutschen Markt tummeln sich bereits über 300 verschiedene sogenannte Fintechs – Tendenz laut Experten steigend. Welche davon am fairsten aufgestellt sind, hat das Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit Focus Money untersucht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Falschberatung: Sparkasse muss zahlen

Mangelhafte Beratung kann den Berater teuer zu stehen kommen. Das erfährt eine oberpfälzische Sparkasse gerade am eigenen Leib, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth zeigt.

mehr ...

Recht

Heckenschnitt: Was gilt im Streitfall?

Landesrechtliche Regelungen geben oft vor, wie hoch eine Hecke auf einer Grundstücksgrenze sein darf. Nachbarn können jedoch nicht verlangen, dass der Eigentümer seine Hecke vorsorglich im Herbst und Winter so stark herunterschneidet, dass sie im Sommer die zulässige nicht Höhe überschreitet. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Landgericht Freiburg.

mehr ...