15. Juni 2017, 07:41
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“Yellen hat geliefert”

Für Dr. Martin Moryson, Sal. Oppenheim, war die Zinserhöhung eine ausgemachte Sache, nachdem die Fed die Märkte bereits lange und unmissverständlich auf diesen Schritt vorbereitet hat. Und das, obwohl so manche Daten diesen Schritt nicht unbedingt nahegelegt haben.

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Dr. Martin Moryson, Sal. Oppenheim

Die Fed hat an der Zinserhöhung trotz der sehr schwachen Inflationsdaten von heute festgehalten. Offensichtlich hat die Fed die schwache Preisentwicklung als kurzfristiges Problem angesehen und misst ihr nur eine geringe Bedeutung bei. Dafür spricht, dass sie zwar die Inflationsprojektionen für dieses Jahr nach unten angepasst, die Projektionen für die beiden kommenden Jahre dagegen unverändert gelassen hat.

Start der Bilanz-Rückführung

Mit dem Abschmelzen ihrer Bilanz will die Fed noch in diesem Jahr beginnen, dabei aber recht zaghaft einsteigen. Weder Start- noch Enddatum sind genannt, es spricht aber viel dafür, dass sie auf einer der beiden kommenden Sitzungen den Startschuss geben wird. Mit dem sehr behutsamen Vorgehen will die Fed vermeiden, dass sie die US-Wirtschaft in ihrer Erholung unterbricht. Letztlich dürfte es der Fed leichter fallen, eine überschießende Inflation – die derzeit ohnehin nicht zu sehen ist – mit Zinserhöhungen einzufangen, als eine Rezession mit Leitzinssenkungen abzuwenden. Die Geldpolitik der Fed ist also immer noch akkommodierend. Dies findet zum Beispiel in den Finanzierungsbedingungen der Unternehmen seinen Niederschlag, die, gemessen am Financial Conditions Index der Chicago Fed, immer noch locker sind und nicht restriktiv – trotz Zinserhöhungen und anstehender Bilanzreduktion.

Reibungsloser Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik

Im Grunde ist das ein positives Zeichen. Denn all dies zeigt, dass der Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik ohne größere Friktionen gelingen kann. Anders als noch im Mai 2013, als die Ankündigung des damaligen Fed-Chefs Ben Bernanke, dass die expansive Geldpolitik ihr Ende haben könnte, zu kräftigen Marktturbulenzen geführt haben, sind bisher Marktverwerfungen ausgeblieben.

Dr. Martin Moryson ist Chefvolkswirt beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

Foto: Sal. Oppenheim

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