13. September 2018, 07:02
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10 Jahre Lehman-Pleite: Warum wir uns eine neue Finanzkrise nicht leisten können

Die Pleite der Lehman-Bank am 15. September 2008 war wohl der entscheidende Nagel, der die damalige Immobilienblase platzen ließ. Dieser Urknall führte zu einem massiven Vertrauensverlust in das Bankensystem und machte Cash zum kostbarsten, weil sichersten Gut.

Die Halver-Kolumne

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Robert Halver, Baader Bank: “Haben beim Platzen der Immobilienblase die Dämme des Finanzsystems noch geradeso gehalten, würden sie beim Bersten der Mega-Blase Staatsanleihen final brechen.”

Der Risikoekel machte sogar vor sogenannten risikolosen Staatsanleihen nicht Halt, was über enorm steigende Kreditzinsen schließlich zu einer ausgewachsenen Finanzkrise führte. Die Konjunktur wurde durch kaufunlustige Konsumenten gebremst, die, verschreckt durch die alltäglichen Krisenbilder, ihre Portemonnaies förmlich zunagelten.

Um die Kernschmelze des Finanzsystems zu verhindern, investierten allein die sechs größten EU-Staaten und Amerika ca. 800 Milliarden Euro in die Bankenrettung. Weitere auf Pump finanzierte Abermilliarden kamen zur Abwendung einer harten Rezession und hoher Arbeitslosigkeit hinzu, siehe Abwrackprämie in Deutschland.

Da Vater Staat diese Mittel leider nicht zur Verfügung standen, wurden kräftig Neuschulden gemacht. Aus der Finanz- wurde die Schuldenkrise. Stabilität ist immer das erste, was in Finanzkrisen geopfert wird. 2009 und 2010 beliefen sich die Haushaltsdefizite in Italien auf 5,3 und 4,2, in Spanien sogar auf 11 und 9,4 Prozent. Auch Amerika brillierte mit 10,1 und 8,4 Prozent. Aber wie wollte man diese Defizite angesichts der hohen Kreditzinsen stemmen?

Schutzpatronen der Märkte

Doch wo die Not am größten, waren die Notenbanken am nächsten. Sie wurden zu regelrechten Schutzpatronen der Kapitalmärkte. Die “Whatever it takes”-Rede von EZB-Chef Mario Draghi 2012 war so etwas wie das Hochamt der Geldpolitik. Alle Finanzsorgen wurden zunächst mit günstigsten Zinsen betäubt und dann in sintflutartiger Liquiditätsversorgung ersäuft. Der Preis war zwar die Abschaffung der Markt- und Einführung der Planwirtschaft an den Zinsmärkten. Doch für die “alternativlose” Rettung des Finanzsystems wurde dieser Preis gerne bezahlt.

Seite zwei: Ist eine neue Finanzkrise heute unmöglich oder wieder möglich?

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