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12. Juli 2018, 13:33
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Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Da Argentinien seine Reformen weiter umsetzt, überraschten die Haushaltszahlen bisher positiv. Wir erwarten, dass sich dies fortsetzt und Argentinien das Haushaltsdefizitziel von 2,7 Prozent in diesem Jahr übertrifft. Im nächsten Jahr rechnen wir mit einer weiteren Verbesserung, sodass das mit dem IWF vereinbarte Haushaltsziel von 1,3 Prozent im Jahr 2019 erreicht wird.

Die Steuerreformen sind zwar positiv, doch die jüngsten Wachstumszahlen, darunter auch das Ergebnis für den April, waren schwach, unter anderem weil eine Dürre zu schwächeren Agrarexporten führte. Dies erklärt auch die Verschlechterung der Handelsbilanz im bisherigen Jahresverlauf. Wir rechnen mit einer weiteren Verlangsamung des Wachstums in 2018.

Entwicklung des realen effektiven Wechselkurses

Wachstum ist nötig, um den Peso zu stabilisieren. Außerdem dürften die höheren Kreditkosten, der Vertrauensverlust und die staatlichen Ausgabenreduzierungen auch zu einer Verlangsamung der Investitionen des privaten und des öffentlichen Sektors führen. Positiv zu vermerken ist, dass sich einige der potentiell wachstumsfördernden Projekte im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften fortsetzen dürften.

Beim realen effektiven Wechselkurs (Reer) hat eine starke Anpassung stattgefunden. Seit seinem Höchstwert im Dezember 2017 hat sich der Reer des Argentinischen Peso um rund 25 Prozent abgeschwächt, und aufgrund des schwierigen externen Umfelds vermutlich immer noch Spielraum nach unten. Wir gehen jedoch davon aus, dass diese deutliche Anpassung zusammen mit einem langsameren Wachstum zur Verbesserung des Leistungsbilanzdefizits in der zweiten Jahreshälfte 2018 und im Jahr 2019 führen wird.

Sofern keine sehr starken Preiskontrollen bei regulierten Preisen eingeführt werden, dürfte die drastische Anpassung des Wechselkurses auch zu einer erheblich höheren Inflation von rund 28 bis 29 Prozent im Jahr 2018 führen.

Anstehende Präsidentschaftswahlen

Angesichts der vereinbarten Lohnerhöhungen von rund 15 Prozent für 2018 rechnen wir mit erhöhten Spannungen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung, wenn die Löhne nicht stärker an die Inflationsrate angepasst werden. Im Augenblick sollten ein sehr hoher Realzins und die ohnehin schon starke Anpassung des Reer die Voraussetzung für eine Erholung argentinischer Vermögenswerte schaffen.

Für den Markt wäre zu hoffen, dass sich die Wirtschaft bis zu den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr deutlich genug erholt hat, um eine Wiederwahl von Präsident Mauricio Macri zu ermöglichen.

Rob Drijkoningen ist Managing Director bei Neuberger Berman Co-Head des Emerging Markets Debt Teams sowie Senior Portfolio Manager

Foto: Neuberger Berman

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