24. Juli 2018, 08:58
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Warum Aktien aus Schwellenländern wieder einen Blick wert sind

Aktien aus den Emerging Markets bieten aus Sicht von Markus Tischer von Bantleon wieder Performance-Potenzial. Er rechnet damit, dass der Tiefpunkt der Underperformance der letzten Monate erreicht ist.

Markus-Tischer-Portra T-2014-Kopie in Warum Aktien aus Schwellenländern wieder einen Blick wert sind

Markus Tischer, Bantleon: “Die Dividendenrendite von 2,64 Prozent spricht für Emerging-Markets-Aktien.”

Diese Entwicklung hat manches Portfolio ins Minus gedrückt: Emerging-Markets-Aktien, gemessen am MSCI Emerging Markets Index, erlitten seit Jahresanfang einen Verlust in Höhe von 6,08 Prozent (Stichtag: 20. Juli 2018). Besonders ärgerlich: Damit liegt die Performance 12,0 Prozentpunkte unterhalb der des S&P500 im selben Zeitraum. Seit Anfang April beträgt die Underperformance gegenüber US-Aktien sogar 16,4 Prozentpunkte. Nüchtern betrachtet dürfte damit das untere Ende der Fahnenstange weitgehend erreicht sein. Das zeigt zumindest der rollierende Drei-Monats-Vergleich der Wertentwicklung von Emerging-Markets-Aktien und US-Aktien (gemessen am S&P500). Demnach ist das Risiko einer weiteren markanten Underperformance in den kommenden drei Monaten aus historischer Sicht klein, weil die bisherige Underperformance das historische Maximum fast erreicht hat.

Bewertungen machen Hoffnungen aus steigende Kurse

Auch ein Blick auf die Bewertung von Aktien der Schwellenländer macht Hoffnung auf wieder steigende Kurse. Objektiv betrachtet sind sie relativ günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei nur 13,4, während der S&P500 auf einen Wert von 21,2 kommt. Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist mit einem Wert von 1,56 deutlich attraktiver als beim S&P500 (3,38). Darüber hinaus spricht auch die Dividendenrendite von derzeit 2,64 Prozent für Emerging-Markets-Aktien. US-Aktien kommen nur auf magere 1,84 Prozent. Dass Aktien aus den Schwellenländern trotz ihrer Attraktivität derzeit eine Schwächephase haben, hat einen guten Grund. Der Anstieg der US-Leitzinsen und der deshalb wiedererstarkte US-Dollar machen den Emerging-Markets-Aktien aus fundamentaler Sicht das Leben schwer, weil die Wirtschaft der Schwellenländer besonders sensibel auf eine Veränderung der monetären Rahmenbedingungen in den USA reagiert.

Erste dunkle Wolken über der US-Konjunktur

Diese Belastungsfaktoren dürften aber schon bald abklingen: Auch wenn der Konjunkturtrend in den USA derzeit noch intakt ist, bilden sich gemäß unseren konjunkturellen Frühindikatoren für die USA die ersten dunklen Wolken am Horizont. Entsprechend rechnen wir in den kommenden Quartalen mit einem leicht abkühlenden Wirtschaftswachstum. Die Folgen dürften temporär sinkende Renditen von US-Staatsanleihen in Verbindung mit einem schwächeren US-Dollar sein. In dem Umfeld sollten Schwellenländer-Aktien für Anleger wieder attraktiver erscheinen. In Kombination mit der aktuell günstigen Bewertung und der historisch auffälligen Underperformance gibt es dann gute Chancen auf deutlich steigende Kurse.

Markus Tischer ist Leiter Portfolio Management Multi-Asset beim Vermögensverwalter Bantleon aus Hannover.

Foto: Bantleon

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