Brexit: „Das Klügste, was Investoren kurzfristig tun können, ist: nichts“

„Es war von vorneherein nicht die Nacht für Klarheit beim Brexit“, sagt Stephanie Kelly, politische Volkswirtin bei Aberdeen Standard Investments. „Einerseits lenkt das Misstrauensvotum die Märkte in Richtung einer Chance für die weichere Brexit-Position der Labour Party, die das Pfund Sterling unterstützen würde. Andererseits werden sich die Investoren aber auch über die umstritteneren politischen Ziele von Labour wie eine Verstaatlichung Sorgen machen.“

Kelly fährt fort: „Wenn May das Misstrauensvotum übersteht, dann werden wir im Wesentlichen an der gleichen Stelle stehen, als ob die Abstimmung vor vier Wochen stattgefunden hätte, aber mit einem engeren Zeitrahmen bis zum Auslaufen von Artikel 50. Die Märkte werden in den kommenden Tagen unruhig sein, aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass sich nichts Grundlegendes geändert hat. Das Klügste, was Investoren kurzfristig tun können, ist: nichts.“

Mehr Themen als der Brexit

Karen Watkin, Portfoliomanagerin All Market Income bei AllianceBernstein (AB), beruhigt ebenfalls: „Auch wenn das Abkommen, das May mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelt hat, abgelehnt wurde: Die meisten Parlamentarier sind bestrebt, einen ungeregelten Austritt zu vermeiden. Damit sind ein geänderter Deal und sogar gar kein Brexit durchaus immer noch das realistischste Ergebnis.“

Doch: „Es gilt aber auch zu bedenken: Brexit ist nicht das einzige Thema für Großbritannien. Die Verbesserung der Öl- und Rohstoffpreise in diesem Jahr dürfte ebenfalls ein starker Treiber für den britischen Aktienmarkt sein.“

Seite drei: Immer mehr Briten lassen sich in Deutschland einbürgern

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