DAX mit Plus vor dem G20-Gipfel

In der vergangenen Woche standen vor allem der Beginn des G20-Gipfels und die Einigung zwischen der EU und den Mercosur-Staaten bezüglich der Errichtung der voraussichtlich größten Freihandelszone der Welt im Mittelpunkt des Interesses der Marktteilnehmer. Ein Marktkommentar von Michael Jensen, Head of Asset Management, Managing Director, Momentum Asset Management S.A.

Marktrückblick

In Deutschland wurde ein bedrückendes Signal für die zukünftige Konsumlaune in der größten Volkswirtschaft Europas veröffentlicht: Die GfK-Konsumentenumfrage bezüglich der persönlichen Einschätzung der zukünftigen finanziellen Lage sackte im Juni stark um 12,2 Punkte auf 45,5 Punkte ab. In der EU wurden die Inflationsdaten für Juni bekannt gegeben und mit 1,2 Prozent beziffert. Die Kernrate liegt bei 1,1 Prozent.

In Japan stach der starke Anstieg der Industrieproduktion (2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat) hervor. In den USA gab es, wie in Deutschland, Anzeichen für einen Rückgang des Konsums: Das Konsumentenvertrauen sank von 131,3 auf 121,5 Punkte im Juni.

Die USA und ihre langlebigen Güter

Außerdem wurden in den USA Zahlen zu den Ordereingängen von langlebigen Gütern veröffentlicht: Sie verzeichneten im Juni unter Berücksichtigung des volatilen Transportsektors einen Rückgang um 1,3 Prozent und einen Anstieg um 0,3 Prozent, wenn man den volatilen Transportsektor vernachlässigt.

Hinzu kamen noch Zahlen zum amerikanischen BIP im ersten Quartal 2019, das mit einem Wachstum von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal den Konsenserwartungen entsprach.

Der Preis für Öl der Sorte Brent verteuerte sich gegenüber der Vorwoche um 1,47 Prozent auf 66,5 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro ab und verbilligte sich um 0,59 Prozent, gleichzeitig wertete der Yen um 0,63 Prozent gegenüber dem Euro ab.

Kleine Unternehmen konnten in den USA profitieren

Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche seitwärts bis leicht negativ. Japanische Titel und Titel aus den Schwellenländern verloren dabei im Durchschnitt mehr als europäische Titel und wurden in ihrer Wertentwicklung lediglich noch durch amerikanische Werte unterboten. In den USA gewannen kleine Unternehmen leicht an Wert, während große Gesellschaften sich negativ entwickelten.

Value entwickelte sich in den USA als auch in Europa robuster als Growth. Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA Unternehmen aus den Bereichen Rohstoffe, Finanzen und Industrie am besten, während Unternehmen aus den Segmenten Versorgung, Gesundheitswesen und Verbrauchsgüter stärkere Verluste einstecken mussten.

Top-Titel sind Konsumgüter, IT und Rohstoffe

Anders als in den USA konnten sich in Europa Titel aus den Bereichen Konsumgüter, IT und Rohstoffe am besten entwickeln, während Unternehmen aus den Bereichen Versorgung, Verbrauchsgüter und Energie Verluste aufwiesen.

Auf dem europäischen Rentenmarkt entwickelten sich Staatsanleihen positiv, ebenso wie Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating, bei denen der Zuwachs jedoch etwas geringer ausfiel. Anleihen aus dem Hochzinssegment zeigten eine noch schwächere Performance, während Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern zulegen konnten.

 

Foto: Momentum

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