9. Juli 2019, 15:00
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Emerging-Markets-Anleihen: Chancen trotz schwächerer Weltwirtschaft

Aufgrund der anhaltenden Sorgen bezüglich des Handelskriegs und der wirtschaftlichen Zukunft Chinas, wird sich die Weltwirtschaft in den kommenden 6-12 Monaten abschwächen. Auch wenn sich dies negativ auf die Emerging Markets ausüben wird, gibt es weiterhin Investmentmöglichkeiten in Ägypten, Nigeria, Katar und Venezuela. Ein Kommentar von Uday Patnaik, Head of Emerging Markets Debt bei Legal & General Investment Management.

Emerging-Markets in Emerging-Markets-Anleihen: Chancen trotz schwächerer Weltwirtschaft

Emerging-Markets-Anleihen legten im ersten Halbjahr 2019 einen starken Start hin. Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen performten in diesem Zeitraum gut, aber eine noch bessere Entwicklung zeigte sich bei Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährungen – insbesondere bei in US-Dollar emittierten Anleihen – deren Erträge gegenüber den Lokalwährungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich besser abschnitten. Viele Investoren fragen sich, ob diese Entwicklung Bestand haben wird.

Wachstum wird sich abschwächen

Uday Patnaik, Head of Emerging Markets Debt bei Legal & General Investment Management, geht davon aus, dass dies nicht bei allen Schwellenländern der Fall sein wird – er sieht aber auch im derzeitigen Marktumfeld attraktive Chancen bei ausgewählten Emerging Markets:

„Die Weltwirtschaft einschließlich der US-Wirtschaft wird sich wahrscheinlich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abschwächen. Dazu gesellen sich idiosynkratische Probleme innerhalb der Schwellenländer. Ich bin aber weiter fest davon überzeugt, dass sich mit der richtigen Positionierung in den Schwellenländern ein bedeutendes Alpha generieren lässt – nicht zuletzt infolge der Informationsasymmetrie in den Emerging Markets.“

Handelskrieg als Risikofaktor

In Bezug auf die Risiken sorgt sich der Experte vor allem um eine Eskalation des Handelskrieges zwischen China und den USA und als Folge dessen auch um einen möglichen Handelskrieg mit der EU im Laufe dieses Jahres, beispielsweise im Automobilsektor.

„Unter der Annahme, dass sich die aktuelle globale Handelsdynamik nicht verbessert und die Situation in den nächsten Monaten weiter anhält oder sich sogar verschlechtert, wird der Welthandel das schwächste Jahr seit der Finanzkrise erleben. Dies könnte zu einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen insbesondere außerhalb der USA führen und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes dämpfen.  Es versteht sich von selbst, dass sich das globale Wachstum in einem solchen Szenario weiter abschwächen wird“, so Patnaik.

In Bezug auf idiosynkratische Herausforderungen aber auch Chancen innerhalb der Emerging Markets liegt der Fokus für Uday Patnaik  hauptsächlich auf dem Wachstum Chinas – und darüber hinaus auch auf der Politik und den geldpolitische Maßnahmen in der Türkei, den Wahlen von Argentinien Ende 2019 und der Inflation in diesem Land, dem US-Iran-Konflikt und den möglichen Auswirkungen auf die Rohölpreise im Falle einer Eskalation, der wirtschaftlichen und humanitären Krise in Venezuela und der brasilianischen Rentenreform.

Chancen für Anleger entstehen in Ägypten

Im Hinblick auf renditestärkere Gelegenheiten im Subinvestment-Grade-Bereich schätzt Patnaik derzeit Hartwährungsanleihen in Ägypten und Nigeria, einschließlich ausgewählter nigerianischer Finanzwerte.

„Ägypten ist eine große, diversifizierte Wirtschaft in Nordafrika, dessen BIP-Wachstum mit aktuell 5,5 Prozent an Fahrt aufnimmt. Die Inflation ist stark gesunken – von 33 Prozent Mitte 2017 auf 13 Prozent im April dieses Jahres. Ägypten wird 2019 zum ersten Mal nach 15 Jahren einen Primärüberschuss von voraussichtlich 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften“, so Patnaik.

 

Seite 2: Unsicherheiten über Nigeria sind beseitigt

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