Fed lehnt sich gelassen zurück

Die Fed hat gestern ihre Leitzinsprognosen überraschend deutlich nach unten korrigiert und rechnet im laufenden Jahr nun mit keiner Zinserhöhung mehr. Ein Kommentar von Dr. Andreas Busch, Bantleon

Die US-Notenbank wird die Geldpolitik nicht weiter straffen.

Die US-Notenbank überraschte gestern mit einer deutlichen Abwärtskorrektur ihrer Leitzinsprognosen („Dots“). Hatten im Dezember noch fünfzehn der siebzehn Offenmarktausschussmitglieder mit mindestens einer 25-Bp-Straffung im Jahr 2019 gerechnet, ist es jetzt nur noch eine Minderheit von sechs Notenbankern. Im Gegenzug gehen nun elf FOMC-Mitglieder von einem konstanten Leitzins im laufenden Jahr aus – im vergangenen Dezember wollten nur zwei stillhalten.

Der Median der siebzehn Projektionen sackte daraufhin von zwei Zinserhöhungen auf null ab. Ähnlich deutlich fielen die Anpassungen bei den „Dots“ für die kommenden beiden Jahre aus. Bis Ende 2021 werden nicht mehr drei Anhebungen als wahrscheinlich angesehen, sondern nur noch eine.

Wachstumsprognose nach unten korrigiert

Abwärts korrigierte die Fed daneben die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr, wobei sich diese Anpassungen jedoch in Grenzen hielten. Etwas deutlicher fielen die Revisionen bei der Arbeitslosenquote aus, für die im Wesentlichen nicht mehr mit einem Rückgang, sondern mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet wird.

Gleichwohl bleibt sie während des gesamten Zeitraums erkennbar unter der neutralen Arbeitslosenquote (NAIRU), die von den Währungshütern auf 4,3 Prozent veranschlagt wird. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt soll mithin weitergehen

Seite zwei: Fed will geduldig abwarten

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