Kryptowährungen: Nur Spielgeld

Kryptowährungen sind anders. Sie sind eigentlich als Gegenmodell zu staatlichen Währungen konzipiert, setzen auf verteilte Kontrolle und wollen durch hohe Transparenz Vertrauen erlangen. Und ja, theoretisch kann jeder Anleger jede Bitcoin-Transaktion nachvollziehen. Er weiß auch, unter welchen Adressen große Mengen Bitcoin liegen.

Wer aber dahintersteht, ist in der Community oft genug Gegenstand intensiver und leidenschaftlich geführter Debatten, die in aller Regel erfolglos bleiben. Bekannt werden die Besitzer vor allem dann, wenn sie es schon nicht mehr sind: Kryptobörsen etwa, die gehackt wurden und jetzt dem elektronischen Geld hinterherlaufen.

Gegenstand großer und kleiner Skandale

Seit es Bitcoin & Co. gibt und seit sich damit im Hype sehr viel Geld verdienen ließ, sind die Kryptowährungen Gegenstand großer und kleiner Skandale. Das ist nicht ungewöhnlich in einem völlig neuen, unausgereiften und noch zu wenig regulierten Markt. Aber es trägt eben nicht dazu bei, Vertrauen als das Grundkapital einer Währung aufzubauen.

Da sich schon staatlich kontrollierte Währungen nicht zur Geldanlage eignen, gilt das erst recht für Kryptowährungen. In sie kann Geld gesteckt werden, das nicht benötigt wird, beim dem ein Anstieg Freude, aber ein Sturz kein großes Leid auslösen würde.

Keine Rücklagen verpfänden

Ansonsten heißt es trotz des starken Anstiegs: Nur wer Lust auf Risiko hat, mag Kryptos als hochspekulative Beimischung ins Portfolio nehmen – solange dafür nur „Spielgeld“ genutzt wird und keine Rücklagen verpfändet werden. Viel eher lohnt sich da ein Investment in Sachwerte wie Aktien. Anders als eine Währung sind Aktien Anteile an realen Firmen und daher als Anlegeform dem Kryptogeld aus Bits deutlich vorzuziehen.

Michael Jensen ist Managing Director bei der Moventum Asset Management S.A.

Foto: TEAM UWE NOELKE

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