9. Januar 2020, 15:21
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Gold und Palladium sind die Jahresauftakt-Sieger

Für Edelmetall-Fans hätte der Start in das Jahr 2020 nicht besser laufen können. Gold knüpft an das starke Jahr 2019 an und klettert zum Start in die erste echte Börsenwoche auf knapp 1600 Dollar – der höchste Stand seit 7 Jahren. Palladium notiert gar auf einem Rekordniveau. Die Gründe und wie es weitergeht.

Bildschirmfoto-2020-01-09-um-15 18 35 in Gold und Palladium sind die Jahresauftakt-Sieger

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind beim jüngsten militärischen Konflikt auf einem vorläufigen Tiefpunkt angelangt. Ein Krieg scheint nicht mehr unmöglich, die Lage im Nahen Osten ist sehr instabil. An den Finanzmärkten gab es einen geordneten Rückzug, nachdem die US-Indizes vor kurzem neue Rekorde erklommen hatten.

Im Gegenzug ist Gold als sicherer Hafen und Krisenwährung gefragt. Bei Goldman Sachs sieht man Gold sogar als beste Absicherung gegen die Krise im Nahen Osten und zieht das Edelmetall auch Öl vor. „… Gold ist eine bessere Absicherung gegen solche geopolitischen Risiken als Öl.“ sagt Jeffrey Currie von Goldman Sachs. Der Analyst verweist auf die Abwertung des US-Dollars, die häufig mit geopolitischen Konflikten einhergeht und den Goldpreis beflügelt. Das sei bei beiden Golfkriegen und am 11. September 2001 bereits der Fall gewesen.

Gold von mehreren Seiten unterstützt

Abseits solcher Krisenfelder erhält der Goldpreis auch Rückenwind von der US-Konjunktur. Denn das Wachstum schwächelt merklich und dürfte die Notenbanken im Jahr 2020 nicht zu einer Abkehr der expansiven Geldpolitik verleiten. Zum Jahresbeginn fiel der ISM-Index, der das verarbeitende Gewerbe in den USA abbildet, auf den tiefsten Stand seit 2009. Niedrige oder sinkende Zinsen stützen tendenziell den Goldpreis, da das Edelmetall keine Zinserträge erwirtschaftet und der Zinsnachteil bei sinkenden Zinsen geringer wird.

Der rasante Anstieg des Palladiumpreises bis auf die aktuelle Rekordnotierung bei rund 2.100 Dollar hat dagegen andere Gründe. Das „weiße Gold“ wird besonders für Autokatalysatoren in Motoren mit Benzinverbrauch eingesetzt. Noch sind die Verbrenner gefragt und in vielen asiatischen Ländern beginnt jetzt erst mit verpflichtenden Umweltauflagen die Umrüstung der Automobile. Auch in Hybrid-Fahrzeugen und Brennstoffzellen wird Palladium eingesetzt. Damit werden Dreiviertel der weltweiten Palladiumförderung derzeit in der Automobilbranche eingesetzt.

Angebotsengpässe pushen Palladium

Zur steigenden Nachfrage kommen bei Palladium immer wieder Angebotsengpässe, die den Preis in die Höhe treiben. Der weltgrößte Förderer Russland sieht sich immer wieder mit US-Sanktionen konfrontiert. Zuletzt oft im Fokus war der zweitgrößte Förderer Südafrika. Neben Streiks der Minenarbeiter erschwert das labile Stromnetz eine zuverlässige Förderung. Weitere Förderer sind die USA, Kanada und Simbabwe.

Rekorde auch in Euro In Euro umgerechnet erreichten sowohl Palladium als auch Gold ein Rekordhoch. Beim Goldpreis ist der Grund vor allem in der Euro-Schwäche zu suchen, bei Palladium ist es in erster Linie der steile Anstieg seit Anfang 2016. Seitdem hat sich dieses Edelmetall im Wert vervierfacht. Gold- und Palladium-Investments sind daher für Euro-Investoren relativ teuer. Wer schon investiert ist, kann sich natürlich freuen.

Foto: Shutterstock

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