Zentralbanken können diesmal die Lage nicht retten

Die größte Zinssenkung der letzten zehn Jahre und die beruhigenden Worte von Jerome Powell haben die Finanzmärkte diesmal nicht beruhigt, meint Salman Baig, Multi-Asset-Manager beim Vermögensverwalter Unigestion. Die Herausforderungen von Covid19 seien ein Nachfrage- und Angebotsschock.

Zentralbanken wie der EZB fehlen in der derzeitigen Krise an den Märkten die passenden Instrumente zur Bekämpfung.

Während sich das Coronavirus weiterhin weltweit verbreitet, erkennen Anleger und Ökonomen nun, dass die ersten Schätzungen der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft viel zu optimistisch waren. Die Risiken eines Angebotsschocks infolge der unterbrochenen Produktionskapazitäten in China wurden nun durch die sinkende Nachfrage verschärft, da die Menschen in Panik geraten und sich zunehmend entscheiden, zu Hause zu bleiben.

Aufgrund des letzten starken Ausverkaufs am Markt und der daraus resultierenden Verschärfung der finanziellen Bedingungen war die Fed gezwungen, vorbeugende Maßnahmen zur Beruhigung des Marktes zu ergreifen. Die größte Zinssenkung der letzten zehn Jahre und die ermutigenden Worte von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Fed, haben die Finanzmärkte diesmal jedoch nicht beruhigt. Investoren verkauften risikoreiche Anlagen auf der Suche nach Safe Havens und brachten die 10-und 30-jährigen US-Renditen auf Rekordtiefs.

Trotz der Fed-Maßnahmen preist der Markt für die nächste geplante Fed-Sitzung am 17. und 18. März eine weitere starke Senkung ein, die zu einer noch schnelleren Kürzungvon 1% führen würde, als wir sie im Oktober 2008 nach der Pleite von Lehman Brothers gesehen haben. Die Liquidität treibt die Märkte an, und „Cash“ istvorerst „King“. „Für wie lange?“ ist eine Frage, die bei der derzeitigen Unsicherheit schwer zu beantworten ist.

Seite 1: Diesmal ist es anders

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