15. Oktober 2019, 10:39
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Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China reduziert Rezessionsrisiken

Investoren können vorerst wieder aufatmen. Am vergangenen Wochenende einigten sich die USA und China auf die Ausarbeitung eines Interimsabkommens, das ein erster Schritt zur Beilegung eines langwierigen und wirtschaftlich schädlichen Handelsstreits sein könnte. Ein Kommentar von Jin Zhang, Senior Portfoliomanager beiVontobel Asset Management.

Vontobel Jin-Zhang in Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China reduziert Rezessionsrisiken

Jin Zhang, Senior Portfoliomanager bei Vontobel Asset Management.

Es handelt sich um ein umfassendes Abkommen zwischen beiden Ländern, das ein breites Spektrum von Themen abdeckt, zu denen u.a. der Schutz des geistigen Eigentums und die Öffnung des chinesischen Finanzdienstleistungssektors zählen. Die Einigung ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, ihre geopolitische Bedeutung kann jedoch kaum bestritten werden.

Obwohl es immer noch viele Unsicherheiten gibt, sind wir zuversichtlich, dass die zunächst mündlich getroffenen Vereinbarungen zeitnah formell umgesetzt und auch von Dauer sein werden. Vieles hängt letztlich davon ab, ob die Vereinbarungen der ersten Verhandlungsphase weiterhin Bestand haben werden, sollte die zweite Verhandlungsphase in Zukunft keine Fortschritte machen.

Da jedoch für beide Länder wirtschaftlich viel auf dem Spiel steht, ist es in ihrem eigenen Interesse, in den nächsten Wochen eine formelle Einigung zu erzielen, anstatt eine unkontrollierte Verschlechterung der Beziehung in Kauf zu nehmen.

Risiko eines offenen Handelskriegs besteht weiterhin

Downside-Risiken werden mit dem Deal zwar reduziert, der Handelskonflikt ist jedoch noch lange nicht vorbei. Es besteht nach wie vor die Gefahr einer erneuten Eskalation. Was zum Beispiel mit der für Dezember geplanten Erhöhung der Zölle passiert, ist ungewiss. Zumindest sind sich beide Seiten einig darüber, dass eine Einigung viele Vorteile bringen würde.

China braucht eine Stabilisierung seines externen Umfelds. Für die USA reduziert der Deal nicht nur das Risiko einer Rezession, sondern öffnet auch Wirtschaftsmärkte von potenziell enormer Größe. Der Rest der Verhandlungen, nach der ersten Phase, werden sich wahrscheinlich eher schleppend gestalten. Das wird vom Markt weithin berücksichtigt werden und die Errungenschaften der ersten Phase wahrscheinlich nicht beeinträchtigen.

US-Finanzsektor profitiert – Technologie-Krieg geht weiter

Neben der US-amerikanischen Landwirtschaft wird der Finanzsektor am meisten von der Öffnung des chinesischen Markts profitieren. Der Finanzmarkt in China ist fast so groß wie der in den USA, was bedeutende Wachstumschancen für US-Unternehmen darstellt. US-Finanzunternehmen haben im Allgemeinen einen guten Ruf, und einige von ihnen haben bereits eine gute Markenbekanntheit in China.

Sobald der Deal unter Dach und Fach ist, werden sie deutlich profitieren können. Der Technologiesektor befindet sich aufgrund ungelöster Streitpunkte immer noch in der Schwebe. Die Huawei-Frage wurde separat vom Handelsabkommen behandelt und wir bezweifeln, dass es hier in naher Zukunft einen Durchbruch geben wird.

 

Seite 2: Was nun gefordert ist

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