Greensill Bank-Insolvenz – Kommunen versenken über 290 Millionen Euro

Die Insolvenz der Greensill Bank dürfte mit Sicherheit einige Kämmmer beschäftigen. Das Portal Tagesgeldvergleich.net hat bislang 23 Kommunen ermittelt, die dort 291,2 Millionen Euro angelegt hatten und wahrscheinlich auf den Verlusten sitzen bleiben. Jetzt wurde die Liste publik gemacht.

Neben den kommunalen Investoren hätten auch Privatanleger und Unternehmen sowie einzelne Anstalten des Öffentlichen Rundfunks Geld bei der Greensill Bank angelegt, so das Portal.

Deren Einlagen sind jedoch durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro mit Rechtsanspruch auf Entschädigung und darüber hinaus durch die erweiterte Einlagensicherung über den Sicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken abgesichert.

Quelle: Franke Media.net

Anders sehe es bei den Kommunen aus: seit der Änderung des Status der Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Deutscher Banken vom 1. Oktober 2017 sind Einlagen von Kommunen und städtischen Unternehmen nicht mehr durch dessen freiwillige Einlagensicherung abgesichert.

Haben Kämmerer fahrlässig gehandelt?

Kämmer sollten, anders als Privatanleger, Profis sein, sich also mit den Risiken auskennen, die bei der Anlage freier Mittel ihrer Kommunen auftreten, so das Portal. „Dass Kämmerer Millionenbeträge bei einem Kreditinstitut teilweise über mehrere Jahre fest angelegt haben, bei dem sie nach kurzer Recherche wissen müssten, dass die Einlagen nicht abgesichert sind, kann man nur als fahrlässig bezeichnen“, sagt Daniel Franke, Betreiber des Fachportals Tagesgeldvergleich.net.

Strafzinsen als Treiber für diese Handlung

„Dass laut Monatsbericht der Deutschen Bundesbank inzwischen 77 Prozent der täglich fälligen Einlagen aller nichtfinanziellen Unternehmen von Strafzinsen betroffen sind, wird ein Treiber gewesen sein, Geld bei der Greensill Bank anzulegen. Das entschuldigt aber nicht die fehlende Prüfung der Sicherheit der getätigten Anlage“, so Franke weiter. Die Liste der kommunalen Investoren finden Sie hier.

Foto/Grafik: Tagesgeldvergleich.net

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