18. Juli 2016, 10:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EEG-Reform erhöht die Risiken für Anleger

In der letzten Sitzung des Bundestags vor der Sommerpause hat die Bundesregierung die Reform des EEG durchgepeitscht. Das Nachsehen haben auch Privatanleger. Der Löwer-Kommentar

Loewer009 Ausschnitt-Cash in EEG-Reform erhöht die Risiken für Anleger

“Die Bundesregierung provoziert ausgerechnet mit den Erleichterungen für ‘Bürgerenergieprojekte”ein zusätzliches Risiko für Kapitalanleger.”

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erfährt mit der Reform eine grundlegende Änderung: Statt fest kalkulierbarer Vergütungssätze für bis zu 20 Jahre sind künftig Ausschreibungsverfahren für die Förderung vorgesehen.

Dabei wird ein bestimmtes jährliches Zubauvolumen ausgeschrieben, zum Beispiel für Windkraft an Land zunächst 2.800 Megawatt (MW) pro Jahr. Zu jährlich vier Terminen á 700 MW können die Entwickler ihre Projekte einreichen und die gewünschte Förderhöhe beantragen.

Die günstigsten erhalten den Zuschlag, bis das Kontingent ausgeschöpft ist. Die anderen gehen leer aus. Das soll die Kosten der Förderung auf das Notwendigste beschränken, klingt auf den ersten Blick also nicht unvernünftig.

Kräftiger Gegenwind

Doch schon im Vorfeld hagelte es Kritik, nicht nur von den Grünen oder dem Bundesverband Erneuerbare Energien. Auch aus der Beteiligungsbranche kam kräftiger Gegenwind (siehe Cash. 7/2016). Aber es bleibt dabei: Trotz einiger Nachbesserungen erhöht die EEG-Reform die Risiken von Erneuerbare-Energien-Beteiligungen.

So müssen die Projektentwickler vor der Ausschreibung unter anderem ein geeignetes Grundstück identifizieren, sich dieses sichern, es entsprechend beplanen, ein Windgutachten einholen, sich eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) besorgen und eine Sicherheit stellen. Das ist ein ziemlicher Aufwand für ein Vorhaben, dessen Umsetzung in den Sternen steht. Hinzu kommt das Warten auf den nächsten Ausschreibungstermin und die Entscheidung der Behörde.

Wird der Zuschlag versagt, müssen die Entwickler die Kosten in den Wind schreiben. Vor allem für viele kleinere Unternehmen wird das ein Risiko sein, das sie kaum stemmen können. Sie werden wohl verstärkt versuchen, sich über Blind Pools entsprechendes Kapital zu besorgen – mit höchst ungewissem Ausgang für die Anleger.

Seite zwei: Teurer statt billiger

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Gewerbeversicherung: “Trend zu mehr Online-Abschlüssen”

Für den Abschluss von Gewerbeversicherungen wenden sich 83 Prozent der Unternehmen an AO-Vermittler und Makler. Das und mehr zeigt eine aktuelle Studie der Managementberatung EY Innovalue. Cash. sprach mit Marco Gerhardt, Partner bei EY Innovalue, über weitere Ergebnisse und die Entwicklung der Branche.

mehr ...

Immobilien

Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Beim Bau eines Hauses fallen Kosten für das Grundstück und den Hausbau sowie Nebenkosten für Steuern, Gebühren und Gutachten an. Die Konditionen der Finanzierung können einen Kredit teuer oder günstig machen. Ein großer Belastungsfaktor ist mittlerweile die Grunderwerbssteuer.

mehr ...

Investmentfonds

Verbraucherschützer: “Neustart” bei Regeln für Wertpapiergeschäfte

Die wachsende Zahl von Vorschriften für die Beratung von Bankkunden bei Wertpapiergeschäften ist aus Sicht von Verbraucherschützern wenig hilfreich – im Gegenteil. 

mehr ...

Berater

Cum-Ex-Steuerdeals: Verjährung statt Bestrafung?

Die umstrittenen Cum-Ex-Steuerdeals mit mutmaßlichem milliardenschweren Steuerbetrug schlagen auch Jahre später noch hohe Wellen. Im Landtag von NRW warf die Opposition der schwarz-gelben Regierung am Montag Verfehlungen vor.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...