Hochzeit zwischen Bâloise und Gothaer?

Die Schweizer Versicherungsgruppe Bâloise mit Hauptsitz in Basel und die Kölner Gothaer Versicherungsbank VVaG verhandeln über eine Fusion.

Beide Unternehmen befinden sich derzeit in einer sogenannten ?Due Diligence?. Das Verfahren umfasst die gegenseitige Buchprüfung sowie eine umfassende Analyse potenzieller Chancen und Risiken.
Eine Absichtserklärung ist bereits unterzeichnet, der Ausgang der Verhandlungen aber offen.

Kommt die strategische Partnerschaft zustande, so handelt es sich um die erste Verschmelzung zweier Versicherungsgruppen mit verschiedenen Rechtsformen. Die Gothaer ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), die Bâloise eine börsennotierte Gesellschaft. Brisant: VVaGs befinden sich formal im Besitz der Mitglieder, haben also keine Eigner. Eine erfolgreiche Fusion könnte weiteren Versicherungen im Konsolidierungsprozess, der vor allem von Beraterseite gefordert wird, als Vorbild dienen. Rund zwei Drittel der europäischen Versicherungskonzerne firmieren in der genossenschaftlichen Rechtsform der VVaG und könnten dem Beispiel der Gothaer folgen.

Die Bâloise Gruppe beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter und ist mit dem Deutschen Ring, Hamburg, und den Basler Versicherungen, Bad Homburg, in Deutschland vertreten. Mit über 3,5 Millionen Mitgliedern und Beitragseinnahmen von rund 4 Milliarden Euro gehört die Gothaer zu den 15 größten Versicherungskonzernen in Deutschland. Bei einem Zusammenschluss entstünde ein Konzern mit etwa sieben Milliarden Euro Prämienvolumen, es käme zudem zu Synergieeffekten in Vertrieb und Verwaltung. Beide Anbieter würden ihr Nischendasein aufgeben und ihre Marktpräsenz deutlich steigern.

Nach Angaben der Financial Times Deutschland (FTD) sieht der Fusionsplan eine Zusammenfassung aller Aktivitäten beider Gruppen unter dem Dach einer gemeinsamen Holding in Köln vor, an dieser soll die Bâloise 51 Prozent halten. Die im deutschen Markt deutlich stärker vertretene Gothaer wird im Gegenzug mit 15 Prozent der Aktien größter Anteilseigner der Bâloise werden, zudem wird Gothaer-Chef Werner Görg die Kölner Holding führen, so die FTD. (hb)

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