Allianz rutscht tief in die roten Zahlen

Die Finanzkrise hat die Bilanz der Allianz Gruppe tief rot gefärbt: Europas größter Versicherer hat das Jahr 2008 mit einem Verlust von 2,4 Milliarden Euro abgeschlossen ? Schuld ist vor allem das desaströse Ergebnis der Dresdner Bank.

Nach einem Rekordgewinn von acht Milliarden Euro im Vorjahr steht nun ein Verlust von 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Bis zuletzt hat sich die Dresdner Bank als Verlustbringer für den Versicherungsriesen erwiesen: Das Ergebnis sowie die Auswirkungen des Verkaufs an die Commerzbank haben die Bilanz der Allianz im vergangenen Jahr mit 6,4 Milliarden Euro belastet, teilt der Konzern mit.

Branchenprimus wagt keinen Ausblick für 2009

Auch das Versicherungsgeschäft ist von der Finanzkrise betroffen: Im Kerngeschäft, der Schaden- und Unfallversicherung, sind die Prämieneinnahmen mit 43,2 Milliarden Euro konstant geblieben (Vorjahr: 43,4 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis ging um zehn Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Die Combined Ratio stieg von 93,6 auf 95,1 Prozent.

In der Lebens- und Krankenversicherung sanken die Prämieneinnahmen um 9,7 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Vor allem der Absatz von Fondspolicen und der Bankenvertrieb sind zurückgegangen, während die Nachfrage nach traditionellen Lebensversicherungen leicht anstieg. Das operative Ergebnis hat sich von drei auf 1,2 Milliarden Euro mehr als halbiert. Neben den rückläufigen Anlageergebnissen sei dies auf die schwierige Marktsituation in den USA zurückzuführen.

Die Dividende für 2008 kürzt die Allianz von 5,50 auf 3,50 Euro je Aktie. ?Die schwierigen Bedingungen am Kapitalmarkt werden auch 2009 anhalten. Wir befinden uns im stärksten Wirtschaftsabschwung seit Jahrzehnten?, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Michael Diekmann. Einen Ausblick für 2009 wagt der Konzernlenker nicht. (hi)

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