„Unser Digitalisierungsansatz umfasst alle Systeme“

Ralph Brand will Zurich Deutschland grundlegend reformieren. Der Vorstandsvorsitzende der Zürich Gruppe Deutschland spricht über das neue Effizienz- und Investitionsprogramm des Versicherers, künftige Wachstumsfelder und sagt, warum die Digitalisierung nicht zu einer „Kulissenschieberei“ führen dürfe.

„Wir müssen unsere Komplexität reduzieren. So werden wir kostenseitig attraktiver für den Kunden und verbessern gleichzeitig die Kommunikation.“

Cash.: Herr Brand, Sie haben jüngst ein „Effizienz- und Investitionsprogramm“ für Zurich Deutschland angekündigt, wodurch binnen zweier Jahre bis zu 500 der 5500 Stellen abgebaut werden sollen. Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Programm?

Brand: Ja, wir haben ein Effizienz- und Investitionsprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen wir insbesondere an unseren Prozessen und Strukturen arbeiten. Wir müssen besser, schlanker und kostengünstiger werden. Ein Personalabbau ist also nicht unser vorrangiges Ziel. Aber letztlich werden wir in zwei Jahren bis zu 500 Stellen weniger haben als heute. Sofern ein Abbau stattfinden muss, soll dieser sozialverträglich ablaufen.

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Weiter hieß es, dass Sie neben Kostensenkungen auch planen, die „Komplexität“ im Umgang mit den Kunden zu reduzieren. Was genau ist damit gemeint?

Wir müssen unsere Komplexität reduzieren. So werden wir kostenseitig attraktiver für den Kunden und wir schaffen es gleichzeitig, den gesamten Dialog, die Kommunikation mit unseren Kunden, einfacher und besser zu machen. Mit einer gewissen Komplexität werden wir, wie die gesamte Versicherungsindustrie, wohl immer leben müssen. Aber wir können durchaus deutlich weniger kompliziert werden. Deshalb werden wir Arbeitsabläufe und Prozesse optimieren. Wir geben mehr Verantwortung an die Mitarbeiter, die nahe am Kunden sind. So können sie vermehrt und vor allem schneller eigene Entscheidungen treffen. Aber natürlich ist nicht jeder gleich gewillt oder in der Lage, diese Verantwortung auch zu übernehmen. Wir müssen es aber schaffen, eine Fehlerkultur zu leben und selbstständig zu entscheiden, auch dann, wenn Fehler passieren. Und diese Fehler müssen wir dann aber auch akzeptieren.

Seite zwei: „Kulissenschieberei bei Digitalisierung“

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