Naturkatastrophen treffen Versicherer im ersten Halbjahr nicht schwer

Hitze, Erdbeben und Unwetter haben trotz tausender Toter im ersten Halbjahr vergleichsweise geringe Sachschäden angerichtet. Die Versicherungsbranche kam bei den Naturkatastrophen eher glimpflich davon, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Statistik des weltgrößten Rückversicherers Munich Re hervorgeht.

Für die anlaufende Wirbelsturmsaison gab die Munich Re keine Entwarnung. Wenn ein einziger schwerer Sturm auf einen Ballungsraum treffe, seien hohe Schäden möglich.

Sowohl die volkswirtschaftlichen Schäden von 35 Milliarden US-Dollar als auch die versicherten Schäden von 12 Milliarden Dollar hätten unter dem Schnitt der vergangenen 30 Jahre gelegen. Die meisten der insgesamt 16 000 Opfer kamen bei Erdbeben in Nepal sowie bei der Hitzewelle in Indien und Pakistan zu Tode.

Zahl der Katastrophenopfer eher niedrig

Im Vergleich zu früheren Jahren liegt die Zahl der Katastrophenopfer allerdings eher niedrig. In den vergangenen 30 Jahren kamen im Mittel 27 000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben. Dem standen volkswirtschaftliche Schäden von im Schnitt 64 Milliarden Dollar und versicherte Schäden von 15 Milliarden Dollar gegenüber. Allgemeine Preissteigerungen hat die Munich Re bei den Vergleich herausgerechnet.

Die teuerste Naturkatastrophe für die Versicherer war den Münchnern zufolge im ersten Halbjahr eine Reihe von Winterstürmen in den USA und Kanada. Die Schäden kosteten die Branche 1,8 Milliarden Dollar. Mehrere Unwetter in den südlichen USA bis Mexiko richteten versicherte Schäden von 4,8 Milliarden Dollar an. In Europa schlug Wintersturm „Niklas“ bei der Assekuranz mit rund einer Milliarde Dollar zu Buche.

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Keine Entwarnung für Wirbelsturmsaison

Das erste Erdbeben in Nepal, bei dem 8850 Menschen getötet wurden, richtete einen Gesamtschaden von 4,5 Milliarden Dollar an. Davon waren laut Munich Re allerdings nur 140 Millionen Dollar versichert.

Für die anlaufende Wirbelsturmsaison gab die Munich Re keine Entwarnung. Zwar gibt es wegen des Klimaphänomens El-Niño vergleichsweise wenige Hurrikane im Nordatlantik. Wenn ein einziger schwerer Sturm auf einen Ballungsraum treffe, seien dennoch hohe Schäden möglich, sagte der Leiter der Georisiko-Forschung des Konzerns, Peter Höppe.

Auch Hurrikan „Andrew“, der in den USA 1992 als einer der stärksten tropischen Wirbelstürme überhaupt einen Gesamtschaden von 26,5 Milliarden Dollar angerichtet habe, sei in einer sehr ruhigen Sturmsaison entstanden.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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