13. Juli 2016, 16:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GKV: Patienten bekommen oft nicht die passenden Arzneien

Ärzte in Deutschland verordnen ihren Patienten oft nicht die passenden Medikamente, meinen die gesetzlichen Krankenversicherer (GKV). Grund hierfür sei ein Mangel an ausreichenden Informationen. Der Kassenverband schlägt nun Reformen vor.

GKV: Patienten bekommen oft nicht die passenden Medikamente

Insgesamt könnten im Jahr 245 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden, wenn rückwirkend ab dem 1. Tag die niedrigeren Erstattungspreise gelten würden, so die Kassen unter Berufung auf den jüngsten Arzneiverordnungsreport.

Heute wüssten die Mediziner in ihren Praxen in der Regel nicht, was nach aktuellem wissenschaftlichem Stand optimal für die Patienten sei, sagte der Vizechef des Kassen-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Groß Behnitz bei Berlin.

Grundsätzliche Unterstützung für Reformpläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe

Er unterstützte im Grundsatz Reformpläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), nach denen Ärzte Informationen darüber, welche Mittel genau für welche Patientengruppen passen, automatisch in den Computer bekommen sollen. Folgen mangelnder Informationen könnten heute demnach sein, dass Kranke teurere Medikamente bekommen als nötig, mehr Risiken durch Nebenwirkung eingehen oder schlicht nicht das für sie beste Mittel bekommen.

Hintergrund ist, dass offizielle Stellen wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Kassen, Ärzten und Kliniken in aufwendigen Verfahren die neuen Arzneimittel daraufhin prüfen, ob sie einen Zusatznutzen haben gegenüber älteren Mitteln – und für welche Patienten genau. Diese Ergebnisse bekommen die Ärzte der Kritik zufolge aber oft nicht mit. Nötig sei es, die Infos in einer neutralen Softwaren für die Ärzte einzuspeisen, die sich regelmäßig erneuern sollte, forderte von Stackelberg.

An anderer Stelle kritisierte von Stackelberg die Gröhe-Pläne für eine Reform des Arzneimittelgesetzes AMNOG als unzureichend. Es geht um die Preise besonders teurer, neuer Medikamente. Die Pharmakonzerne können die Preise für diese Mittel im ersten Jahr frei festsetzen, bevor die gesetzlichen Krankenversicherer niedrigere Erstattungspreise mit den Herstellern ausgehandelt haben – je nach zusätzlichem Nutzen des jeweiligen Mittels. Die freien Preise zu Anfang werden von den Kassen seit Jahren als oft viel zu hohe “Mondpreise” kritisiert.

Seite zwei: Kritik an Geheimhaltung von Erstattungspreisen

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Neutral beraten lassen und sofort den Arzt in Haftung nehmen!!!

    Kommentar von Wilfried Strassnig — 14. Juli 2016 @ 08:55

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Allianz: Aylin Somersan Coqui wird neue Personalvorständin

Aylin Somersan Coqui (42) wird zum 1. April 2019 neue Personalvorständin der Allianz Deutschland. Sie tritt die Nachfolge von Ana-Cristina Grohnert an, die die Allianz zum gleichen Zeitpunkt verlässt. Coqui ist derzeit als Chief Human Resources Officer (CHRO) in der Allianz SE tätig und verantwortet dort die gruppenweite Personalstrategie.

mehr ...

Immobilien

Zinssicherung oder Renditefalle? Geschäft mit Bausparverträgen wächst

Die niedrigen Zinsen halten die Sparer in Deutschland nicht davon ab, Bausparverträge abzuschließen. Branchenprimus Schwäbisch Hall stoppte 2018 den Rückgang der beiden vorangegangenen Jahre.

mehr ...

Investmentfonds

Keine Angst vor “Fallen Angels”

Zwar ist die Anzahl der mit BBB bewerteten Unternehmensanleihen inzwischen auf über 50 Prozent des gesamten Investment Grade-Marktes gestiegen, doch ob es im breiteren Anleihemarkt zu einem erhöhten Volumen an “Fallen Angels”-Unternehmen kommen wird ist eher fraglich. Eher sorgen sollten sich Anleger um die Schulden Italiens. Ein Kommentar von Debbie King, Kames Capital

mehr ...

Berater

RWB bringt Anleger ins Milliardärs-Business

Ein echter Mega-Deal ist dem Asset Manager RWB für seine Anleger gelungen: Über den Zielfondsmanager Marlin Equity Partners sind diese jetzt an den Geschäften von Milliardär Richard Branson beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bringt weiteren Pflegeheim- und Kita-Fonds

Die INP-Gruppe aus Hamburg, hat mit dem Vertrieb eines neuen alternativen Investmentfonds (AIF) für Privatanleger begonnen. Fondsobjekte sind Immobilien für alt und jung.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...