GKV: Patienten bekommen oft nicht die passenden Arzneien

Ärzte in Deutschland verordnen ihren Patienten oft nicht die passenden Medikamente, meinen die gesetzlichen Krankenversicherer (GKV). Grund hierfür sei ein Mangel an ausreichenden Informationen. Der Kassenverband schlägt nun Reformen vor.

Für Investoren sind Generika sehr attraktiv.
Insgesamt könnten im Jahr 245 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden, wenn rückwirkend ab dem 1. Tag die niedrigeren Erstattungspreise gelten würden, so die Kassen unter Berufung auf den jüngsten Arzneiverordnungsreport.

Heute wüssten die Mediziner in ihren Praxen in der Regel nicht, was nach aktuellem wissenschaftlichem Stand optimal für die Patienten sei, sagte der Vizechef des Kassen-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Groß Behnitz bei Berlin.

Grundsätzliche Unterstützung für Reformpläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe

Er unterstützte im Grundsatz Reformpläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), nach denen Ärzte Informationen darüber, welche Mittel genau für welche Patientengruppen passen, automatisch in den Computer bekommen sollen. Folgen mangelnder Informationen könnten heute demnach sein, dass Kranke teurere Medikamente bekommen als nötig, mehr Risiken durch Nebenwirkung eingehen oder schlicht nicht das für sie beste Mittel bekommen.

Hintergrund ist, dass offizielle Stellen wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Kassen, Ärzten und Kliniken in aufwendigen Verfahren die neuen Arzneimittel daraufhin prüfen, ob sie einen Zusatznutzen haben gegenüber älteren Mitteln – und für welche Patienten genau. Diese Ergebnisse bekommen die Ärzte der Kritik zufolge aber oft nicht mit. Nötig sei es, die Infos in einer neutralen Softwaren für die Ärzte einzuspeisen, die sich regelmäßig erneuern sollte, forderte von Stackelberg.

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An anderer Stelle kritisierte von Stackelberg die Gröhe-Pläne für eine Reform des Arzneimittelgesetzes AMNOG als unzureichend. Es geht um die Preise besonders teurer, neuer Medikamente. Die Pharmakonzerne können die Preise für diese Mittel im ersten Jahr frei festsetzen, bevor die gesetzlichen Krankenversicherer niedrigere Erstattungspreise mit den Herstellern ausgehandelt haben – je nach zusätzlichem Nutzen des jeweiligen Mittels. Die freien Preise zu Anfang werden von den Kassen seit Jahren als oft viel zu hohe „Mondpreise“ kritisiert.

Seite zwei: Kritik an Geheimhaltung von Erstattungspreisen

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