16. August 2017, 09:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflegende sind weniger berufstätig

Pflegen über 50-Jährige ihre Eltern, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig berufstätig sind. Das haben Wissenschaftler des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung durch Auswertung europaweiter Daten herausgefunden. Unterdessen hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor dem CDU-Wahlversprechen gewarnt, für Kinder pflegebedürftiger Eltern die Kostenbeteiligung zu senken.

Shutterstock 597617192 in Pflegende sind weniger berufstätig

Berufstätige Frauen, die ihre Eltern pflegen, verringern ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent.

Im Durchschnitt sind 69 Prozent der Menschen im Alter über 50 Jahren berufstätig. Von denen, die sich um pflegebedürftige Eltern kümmern, gehen jedoch deutlich weniger auch einem Beruf nach: bei Frauen sind es knapp 62 Prozent, bei Männer nur rund 57 Prozent. Berufstätige Frauen, die ihre Eltern pflegen, verringern außerdem ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent, wie es in der Untersuchung weiter heißt.

Dass sich die Pflege der Eltern für Männer stärker auf die Beschäftigungschance auswirkt, erklärte die Mitautorin der Studie Dörte Heger so: “Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und schaffen nach einer Pflegephase dort leichter wieder den Einstieg”.

Möglichkeiten für “Pflege-Auszeiten”

Um die bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege zu ermöglichen und die negativen Folgen für Pflegende abzumildern, sind der Untersuchung zufolge in zahlreichen Ländern bereits Möglichkeiten für “Pflege-Auszeiten” geschaffen worden – in Deutschland zum Beispiel für zehn Tage. Wie sich das auf die Beschäftigungssituation von Pflegenden auswirkt, sei aber noch nicht untersucht worden.

Unterdessen hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor dem CDU-Wahlversprechen gewarnt, für Kinder pflegebedürftiger Eltern die Kostenbeteiligung zu senken. Im CDU-Wahlprogramm heißt es zur Beteiligung an den Pflegekosten: “Ein Rückgriff auf Kinder soll erst ab einem Einkommen von 100.000 Euro erfolgen.”

Gröhe verteidigt das Vorhaben

Der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbands, Gerd Landsberg, hält es aber für grundsätzlich zumutbar, “dass Kinder für ihre Eltern einzustehen haben”, wie er der “Rhein-Neckar-Zeitung” sagte. “Die derzeitigen Regelungen sind nach unserer Einschätzung praktikabel und vernünftig, eine entsprechende Neuregelung würde dazu führen, dass nur noch sehr wenige Kinder für ihre Eltern einstehen müssen.”

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verteidigte dagegen das Vorhaben. Es gehe darum, “dass wir Kinder pflegebedürftiger Eltern vor finanzieller Überforderung schützen und damit dazu beitragen, sie noch besser zu entlasten”. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Krankenstandanalyse: Die fünf häufigsten Krankheitsgründe

Wenn sich Mitarbeiter krankmelden, dann bleibt der Grund für den Ausfall häufig unklar. Die Krankenkasse DAK hat nun untersucht, welche Erkrankungen die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr am häufigsten außer Gefecht gesetzt haben.

mehr ...

Immobilien

Patrizia: Deutliches Gewinnplus für Immobilieninvestor

Der Immobilieninvestor Patrizia hat im vergangenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Dabei stiegen die Gebühreneinnahmen vor allem für die Verwaltung viel kräftiger als die Kosten.

mehr ...

Investmentfonds

Bullenmarkt bei Kryptowährungen in Sicht?

Die Performance der vergangenen Woche zeichnete Kryptoinvestoren ein Lächeln ins Gesicht: Fast alle Währungen im grünen Bereich, der Rückgang gestoppt.

mehr ...

Berater

Airline-Pleite: Flybmi ist nicht Flybe

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi am Wochenende Insolvenz angemeldet. Mit einer ähnlich klingenden Airline, die Mieterin mehrerer deutscher Fonds-Flugzeuge ist, hat sie jedoch nichts zu tun.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...