5. Juli 2018, 15:55
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Diskussion um Provisionsdeckel ist Scheindebatte

Die vom Bundesfinanzministerium (BMF) geplante  Deckelung von Provisionen bei Lebensversicherungen ruft weiter Kritik innerhalb der Versicherungsbranche hervor. Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische, kommentiert den Vorstoß als einen Schritt in die falsche Richtung.

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Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen: “Unnötiger weiterer staatlicher Eingriff in die verfassungrechtlich garantierte Gewerbefreiheit”

Ein Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung. Er hilft weder Verbrauchern noch Versicherungsvermittlern – aber auch nicht den Versicherungsunternehmen. Eine politische Regulierung ist schlicht nicht notwendig, der Vorschlag führt zu einem unnötigen weiteren staatlichen Eingriff in die private Wirtschaft und in die verfassungsrechtlich garantierte Gewerbefreiheit. Und das ohne Not.

Es geht auch anders: Die Bayerische etwa bietet seit Umsetzung des LVRG für Vermittler verschiedene Vergütungsmodelle an. Je nach Antrag kann sich der Berater neu entscheiden und hat damit konkreten Einfluss auf Höhe und Zufluss seiner Vergütung. Für den Kunden sind diese Modelle neutral. Im Ergebnis führt das in der Produktgruppe Altersvorsorge zu einem Rückgang der Belastung durch Abschlussprovisionen in Höhe von rund 20 Prozent.

Qualifizierte Beratung hat wesentlichen Preis

Eine qualifizierte Beratung hat einen wesentlichen Wert und kostet daher auch Geld. Provisionen sind dabei eine wichtige Einnahmequelle für Versicherungsvermittler. Das wird von den Verbrauchern auch anerkannt, wie Studien zeigen. Allein in den letzten drei Jahren wurde die Höhe des Provisionswertes durch Reduktion der möglichen Zillmerung und der Verlängerung von Provisionshaftzeiten erheblich vermindert. In unserem Hause beispielsweise betrug die Reduktion bei Abschlussprovisionen für Altersvorsorgeprodukte rund 20 Prozent. Gleichzeitig aber ist der Aufwand für qualifizierte Beratung deutlich gestiegen.

Private Rentenversicherungen sind attraktiv, denn der Wert dieser Art von Vorsorge besteht eben nicht nur in der Rendite während der Ansparphase, sondern auch und gerade durch die damit verbundene, lebenslange Rente. Allerdings ist die Vermittlung dieser Produkte äußerst beratungsintensiv. Wird nun der zwischen Versicherer und Kunden freiwillig vereinbarte Preis von staatlicher Seite nach unten reguliert, führt das zwangsläufig zur einer Verschlechterung der Beratungsqualität. Das schadet den Verbrauchern.

Seite zwei: Behauptung über Fehlsteuerung durch zu hohe Abschlussprovisionen läuft ins Leere

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3 Kommentare

  1. Es ist eine Schande, dass uns von allen Seiten die Arbeit erschwert wird durch immer mehr Vorschriften und neuen Gesetzen von der EU und leider auch von unsere deutschen Politikern. Gleichzeitig sollen wir dann noch weniger für unsere Beratungen verdienen dürfen!!?? Ich bin seit fast 50 Jahren in der in der LV-RV- und besonders in der BU-Branche tätig, bisher mit vielen zufriedenen und dankbaren Kunden, aber die Flut von immer neuen Vorschriften verderben mir bald den Spass!!
    Man sollte den Herren ihre Bezüge und Pensionen auch um 20-30% kürzen, damit sie mal zur Vernunft kommen!!!

    Kommentar von Klaus Thielen Wirtschaftsberatung / Vers. Makler — 6. Juli 2018 @ 15:29

  2. Der. Gesetzgeber ist der Bedeutung der Maklerschaft offenbar nicht bewusst. Die Altersarmut wuerde sich gravirend verschaerfen, wuerden wir unseren Beratungsauftrag nicht nachkommen. Da hilft auch kein Betriebsrentenstaerkungsgesetz.

    Kommentar von Axel Wondratzek — 6. Juli 2018 @ 14:59

  3. Versicherungskunden welche heute eine Altersvorsorgeberatung mit anschließender Vermittlung nachsuchen ist sehr wohl bewusst, dass eine Vergütung des Vermittlers erfolgen muss. Häufig wird die Vergütungsfrage direkt vor der Inanspruchnahme einer Beratung durch den Kunden gestellt. Damit wird zu Beginn die Vergütung geklärt, und regelmäßig akzeptiert, da ja gerade eine umfängliche qualifizierte Beratung nachgesucht wird. Ob nun eine Bezahlung über Honorar oder Provision erfolgt kann ein Verbraucher sehr wohl wählen und beurteilen. Es gibt aber keinen Kunden in der Praxis, der die Höhe final als zu hoch oder ungerechtfertigt empfindet. Eine einseitige Belastung der Versicherungsmakler im Vergleich zu beispielsweise Vertretern löst hier keinerlei Probleme. Einzig der Berufsstand des – auf der Seite des Verbraucher agierenden – Versicherungsmaklers wird wieder in seiner Gewerbefreiheit beschnitten. Die Kosten liegen doch längst offen in jüngeren Produkten, stattdessen sollten sich die Gesetzgeber lieber um die Millionen Altverträge kümmern, welche keinerlei Transparenz bieten. Man könnte hier ja mal eine rückwirkende Provisionsdeckelung und Erstattung nachdenken, oder zumindest eine Offenlegungspflicht. Leider setzen sich hier zu wenige Akteure/Vorstände der Versicherungen für die Interessen der Maklerschaft ein. Das Engagement der Bayerischen ist hier mal ein Lichtblick. In diesem Sinne, sollten wir doch die mündigen – oder spätestens nach einem Versicherungsmaklerbesuch mündigen – Verbraucher entscheiden lassen!

    Kommentar von André Perko — 5. Juli 2018 @ 19:09

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