2.500 Euro Strafe und Ausschluss aus der Kita sollen Impfung erzwingen

Schluss mit lustig für die Impfgegner. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte die Impfung gegen Masern erzwingen und somit die Gefahr von Infektionen vermindern. Wieso einige Ärzte den Eltern für ihren derzeitige Verweigerung von Impfungen Körperverletzung vorwerfen.

Impflicht statt Masernpartys: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte durchgreifen. 

 

„Wir wollen alle Kinder davor schützen, sich mit Masern zu infizieren (…) Alle Eltern sollen sicher sein können, dass ihre Kinder nicht von anderen mit Masern angesteckt und gefährdet werden.“ sagt Jens Spahn im Interview mit der Bild am Sonntag (BamS).

Grund dafür sei, dass Kinder unter 10 Monaten nicht geimpft werden können. Diese seien, so der Bundesgesundheitsminister, besonders gefährdet, sich anzustecken.Ziel sei es, dass alle Eltern sicher sein können, dass ihre Kinder nicht von anderen mit Masern angesteckt und gefährdet werden, so Spahn.

Um dies zu erreichen sollen Strafen wie Geldbußen bis zu 2.500 Euro und der Ausschluss vom Kindergartenbesuch dienen. Dieser Vorschlag erhält Zuspruch von Vielen.

 

Positives Feedback aus allen Richtungen

Bereits Stunden nach dem Erscheinen des Interviews erhält der Gesundheitsminister parteiübergreifend Zuspruch. Karl Lauterbach (SPD) sagt der „Augsburger Allgemeinen“ zu den Plänen: „Das ist eine sehr gute Grundlage für eine gemeinsame Diskussion.“

Ähnlich äußert sich auch Andrea Nahles gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ): „Gut, dass Minister Spahn zügig handelt und die Bundesregierung schnell ein Gesetz beschließen will.“

Auch Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, äußert sich positiv zu dem Vorschlag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Wir unterstützen das Vorhaben des Gesundheitsministers ausdrücklich“, sagte der Bundessprecher des Verbands, Hermann Josef Kahl, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Wir brauchen aber eine generelle Impfpflicht, um nicht nur bei Masern die kritischen 95 Prozent zu erreichen und diese Krankheit endlich ausrotten zu können.“

 

Masernpartys vergleichbar zu Körperverletzung?

Wichtig sei dabei insbesondere, dass sich auch Ärzte, ihre Mitarbeiter, Hebammen sowie das Personal in Schulen und Kitas vollständig gegen alle gängigen Krankheiten impfen lasse, sagte Kahl. Er forderte zudem die Einführung eines Impfregisters.

„Auch wenn jetzt eine Pflicht nötig ist, wäre der mittelfristig elegantere Weg ein nationales Impfregister. Dann bekämen die Menschen Erinnerungen an aufzufrischende Impfungen“, sagte Kahl.

Als Hauptproblem machte er nicht Impfgegner sondern schlecht nachgehaltene Impftermine aus.“Das größte Problem sind heute nicht die Impfgegner. Die Impfquote ist vor allem wegen des schlechten Terminmanagements zu gering“, sagte Kahl.

Bei jedem Arztbesuch solle künftig der Impfpass mitgenommen werden. Das Phänomen sogenannter Masernpartys, bei denen Eltern gesunde Kinder mit infizierten Kindern zusammenbringen, verurteilte er scharf. „Masernpartys grenzen an Körperverletzung.

Sie gehören zu dem Dümmsten, was man seinen Kindern antun kann“, sagte Kahl.

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