18. April 2019, 08:00
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Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine Option

Die gesetzliche Krankenversicherung kann sich freuen: Erneut wechseln wieder mehr Selbstständige in die freiwillige Krankenversicherung und entscheiden sich damit gegen die Option der privaten Krankenversicherung. Was es mit dem  Acht-Jahres-Hoch auf sich hat.

Pkv-krankenversicherung in Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine Option

Die PKV muss weiter hart um Kunden kämpfen.

Eine Auswertung der DGB Zeitschrift Soziale Sicherheit zeigt basierend auf den Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherung einen Anstieg der freiwilligen Mitglieder der Krankenkassen. Sechs Millionen Menschen in Deutschland entscheiden sich seit 2010 für diese Form der Vorsorge. Der Anstieg um 35 Prozent verteilt sich gleichmäßig auf die acht Jahre, sodass von einem linearen Wachstum auszugehen ist.

Neue Tarifsätze machen Mitgliedschaft attraktiv

In diesem Jahr wird ein weiterer Anstieg des Wachstums zu erwarten sein, sind doch dank der Absenkung der Mindestbeiträge für Selbstständige die Tarife der gesetzlichen Krankenkversicherung insbesondere für Familien eine bezahlbare Option.

 in Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine OptionQuelle: vdek

Die Halbierung des Mindestbeitrags von 360 auf 156 Euro birgt einen besonderen Anreiz für den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung. Dies gilt insbesondere für Selbstständig, die am Beginn ihrer Tätigkeit stehen oder alternativ geringe Einnahmen haben und nicht Teil der Künstlersozialkasse (KSK) werden können.

 in Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine OptionQuelle: vdek

Spannend ist jedoch der Zeitschrift Soziale Sicherheit folgend jedoch, dass der hohe Anstieg neuer Mitglieder vor allem von Personen erfolgt, die Einkünfte überhalb der Versicherungspflichtgrenze verzeichnen konnten. Hier handelt es sich also nicht um Selbstständige, sondern Angestellte, die nun verstärkt wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

 in Lieber freiwillig versichert: PKV ist oft keine OptionQuelle: vdek

Setzt sich dieser Trend fort, müssen die Maßnahmen von Gesundheitsminister Jens Spahn in neuem Licht betrachtet werden: Benötigt es dann beispielsweise noch eine formale Abschaffung der Privaten Krankenversicherung oder wird dieses System durch die Entscheidung der Kunden hin zur gesetzlichen Krankenversicherung obsolet?

Auch muss man sich fragen, ob die gewünschte Wettbewerbsforderung im Zuge der Öffnung von Krankenkassen den veränderten Marktbedingungen nicht Rechnung trägt. Bedingung zur Verstärkung dieses Trends wird es sein, ein attraktives Angebot zu schaffen. Eine Limitierung des Angebots bedingt durch den Wohnsitz und Regionen wird diesen Trend nicht ausbauen können. (fm)

Foto: Shutterstock

6 Kommentare

  1. Wer sowas schreibt, klaut sicherlich kleinen Kindern auch das Essen:-)

    Kommentar von frank Dietrich — 24. Mai 2019 @ 09:38

  2. Mit solchen Artikeln, die von den Befürwortern der Bürgerversicherung stammen dürften, möchte man gerne die Nichtsahnende Bevölkerung an die Wahlurnen treiben. Mir ist absolut klar, welche Partei nicht gewählt wird. Bei tatsächlicher Einführung einer Bürgerversicherung stellt sich doch einzig die Frage, welche GKV die Altersrückstellungen langjähriger PKV Angehöriger bezahlen kann. Sind dann alle Pleite?

    Kommentar von Gerhard Bernert — 23. Mai 2019 @ 22:21

  3. Was ist denn das für eine unsinnige Frage bezgl. der möglichen Abschaffung der PKV zugunsten einer Bürgerversicherung, da sich dies durch den Wechsel der angesprochenen Personen in der GKV erledigen würde. Dies trifft doch nur für einen eingeschränkten Personen- kreis zu, für viele langjährig PKV-Versicherte und erst recht welche über 55 Jahren gibt es doch gar kein Zurück mehr in die GKV.

    Kommentar von Dirk Kilzer — 30. April 2019 @ 11:55

  4. Herr Buchholz und Herr Dietrich treffen den Nagel auf den Kopf. Die Befürworter der GKV ohne wenn und aber, sind Anhänger der Bürgerversicherung. All die werden sich noch wundern was mit der GKV in den kommen Jahren geschehen wird. Der jetzige Bundeszuschuss ist dann nicht nur eine Wettbewerbsverzerrung sondern ähnlich hoch wie der Zuschuss zur Rentenversicherung. Vielleicht schauen sich die der GKV Fans die Broschüre vom PKV Verband zum Thema Bürgerversicherung vom 1.Juli 2008 einmal an.
    Prof. Beske, WIP und Prof. Wille machen Schätzungen, die nur eines zulassen: Rette sich wer kann vor der GKV. Natürlich nur wer kann.

    Kommentar von Rolf-Peter Falk — 30. April 2019 @ 09:52

  5. Die Entscheidung, den Mindestbeitrag für Kleinstselbständige zu reduzieren, war richtig. Diese gehörten auch noch nie in die PKV! Allerdings davon nun den reißerischen Titel abzuleiten, ist schon irreführend. Dreistes Clickbaiting. Außerdem geht es den GKVn aktuell (noch) relativ gut, weil die Wirtschaft läuft. Relativ deswegen, weil die GKV ohne den Bundeszuschuss eigentlich pleite wäre. Und zuletzt ist die GKV für Beamte weiterhin keine Option.

    Kommentar von Michael Buchholz — 29. April 2019 @ 12:48

  6. Schon mal auf den KVdR hingewiesen? Auf die Differenz im TG bei AU? das volatile Leistungsniveau? Daran ändert auch weniger Beitrag nichts, das es fehlt immer mehr ans Leistungen in der GKV. Sehr einseitig, meine Herrschaften

    Kommentar von frank Dietrich — 18. April 2019 @ 14:28

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