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Mark Klein, Vorsitzender der Vorstands der Ergo Digital Ventures AG: Die Kunst besteht darin, KI-Anwendungsfälle zu erkennen, passende KI-Modelle zu entwickeln und diese in die Fachprozesse einzubinden.“

KI ist kein Buzzword, sondern treibt Innovationen. Nicht nur bei Insurtechs wie One, sondern auch bei Etablierten wie Ergo, HDI und Zurich.

Vor KI-Einsatz müssen Versicherer Erhebung und Nutzung von Daten juristisch absichern. Alle Häuser definierten über DSGVO und Code of Conduct hinaus eigene Richtlinien.

HDI und Zurich nutzten Use Cases, abgestimmt mit internen Datenschutz-Fachbereichen. Ergo nutze nur Daten aus Verträgen oder Kunden-Interaktion, also zum Beispiel nicht aus Social-Media-Kanälen. One erkläre dem Kunden, welche Daten wofür dienten und lasse sich die Daten einzeln freigeben.

Und was machen die Versicherer mit den Daten? Mark Klein, CEO der Ergo Group, sagt: „Die Kunst besteht darin, Anwendungsfälle für KI zu erkennen, passende KI-Modelle zu entwickeln und diese in die Fachprozesse einzubinden”. Der Fokus läge auf Kunden- und Vertriebsservice sowie der Nutzung unstrukturierter Daten. Rund 30 Mitarbeiter kümmerten sich konzernweit um KI, die vor allem Effektivität steigern solle.

Ein erstes Beispiel sei die Krankentageversicherung des Ergo Krankenversicherers DKV, die bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit Einkommensverluste ausgleicht. Voraussetzung für KI sei die ausreichende Verfügbarkeit von Daten. Viele, sehr kleinteilige Informationen seien zu bewerten. Die DKV setze ein KI-Scoringmodell mit 80 Attributen (z.B. Alter, Beruf, Diagnose(n), Wohnort) zur Bewertung der Gesundungswahrscheinlichkeit ein.

Das System rate dem Sachbearbeiter dann, zu wieviel Prozent eine Prüfung sinnvoll sei. So könne der Kunde auf nicht notwendige medizinische Prüfungen verzichten und man konzentriere sich auf wertschöpfende Prüfungen auf Basis des KI-Scores.

Hier habe die Ergo bereits letztes Jahr mehrere Millionen Euro an Leistungsausgaben gespart. HDI habe derzeit Beispiele im Text-Mining, mit automatischer Umsetzung von Adressänderungen und bei der Schadenbilderkennung, die mit 360-Grad-Filmaufnahmen die Schadenhöhe ermitteln und alles Weitere veranlassen könne.

One strebe drei Wege an: Erstens, die benötigten Infos, ob und zu welchem Preis ein Kunde versicherbar sei, aus alternativen Quellen zu beziehen. Traditionell fülle der Berater mit dem Kunden einen Fragebogen aus, was erleichtert werden solle. Zweitens versuche man das Risiko durch zusätzliche Daten besser einzuschätzen.

Im Schnitt alle 17 Jahre ein Autounfall

Beispielsweise verursache jeder Deutsche im Schnitt alle 17 Jahre einen Autounfall. Die traditionelle Methode, den Preis für eine Kfz-Versicherung auf der Anzahl unfallfreier Jahre zu basieren hält One für überholt und plane daher Daten zu Fahrverhalten oder Persönlichkeit zugrunde zu legen.

Diese beeinflussten das Risiko einen Unfall zu verursachen deutlich stärker. Zuletzt versuche One mit Daten Unfälle, Wasser- und Feuerschäden, Einbrüche oder Krankheiten vorherzusagen und mit dem Kunden zu vermeiden. Dazu würden in Echtzeit Muster analysiert, die diesen Ereignissen vorangingen.

KI-basierte Pay-per-Use-Modelle finden (fast) alle interessant

KI-basierte Pay-per-Use-Modelle finden (fast) alle interessant. Die Zurich habe sich intensiv mit neuen Produkten und Partnerschaften mit Versorgern, Mobilitäts- oder Telekommunikationsanbietern beschäftigt. Derzeit würden erste Produkte ausgerollt, die Erfahrungen sollen auf weitere Produkte skaliert werden.

Ergo und HDI nutzen Pay-per-Use im Kfz-Bereich. Ergo setze Pay-per-Use nur vereinzelt ein, so mit BMW bei der Racetrack-Versicherung, die der Kunde im Auto auf der Rennstrecke pro Tag und Training abschließen könne. HDI kooperiere mit Mercedes Benz für den Kfz-Telematik-Tarif „Inscore“.

Außerdem gebe es eine optionale Fahrerkreiserweiterung, über die der Fahrerkreis eines Fahrzeugs via Internet kurzfristig für bis zu 27 Tage erweitert werden könne. Die Erfahrungen seien sehr gut und in situativen Lösungen sehe man auch primär weitere Möglichkeiten von Pay-per-Use. One plane zeitnah eine Kfz-Telematik Versicherung.

Seite 2: Im Gegensatz zu Google oder Facebook keine überproportionalen Gewinne

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