„Ever Given“-Blockade: Versicherer sieht Teilschuld bei Kanalbehörde

Foto: Picture Alliance
Die "Ever Given" lief im März auf Grund und blockierte den Suezkanal sechs Tage lang.

Im Streit um die Blockade des Suezkanals hat der britische Versicherer des Frachters "Ever Given" der Kanalbehörde eine Mitschuld zugesprochen. "Während der Kapitän letztlich für das Schiff verantwortlich ist, wird die Durchfahrt durch den Kanal im Konvoi durch Lotsen sowie die Schiffsverkehrsleitung der Kanalbehörde kontrolliert", schrieb der Versicherer UK Club am Donnerstag in einem Statement auf seiner Internetseite. Dazu gehörten auch die Geschwindigkeit bei der Durchfahrt und die Begleitung von Schleppern.

Ein Wirtschaftsgericht in der ägyptischen Stadt Ismailia befasst sich derzeit mit dem Streit um die tagelange Blockade der wichtigen Wasserstraße zwischen Asien und Europa. Die „Ever Given“, eines der größten Containerschiffe der Welt, lief dort im März auf Grund und blockierte den Kanal sechs Tage lang.

Die Kanalbehörde fordert unter anderem wegen wirtschaftlicher Verluste rund 550 Millionen Dollar (451 Millionen Euro) Entschädigung. Sie hat die „Ever Given“ beschlagnahmt und will die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben. Die nächste Anhörung ist am 20. Juni geplant.

Der Versicherer kündigte an, sich in dem Rechtsstreit zu äußern und eine faire Lösung anzustreben. Legitime Ansprüche der Kanalbehörde sollten anerkannt werden. Diese hatte zuvor den Kapitän des Frachters direkt für die folgenschwere Havarie verantwortlich gemacht.

Der Kapitän habe kurz vor dem Unfall „zu viele Befehle in sehr kurzer Zeit“ gegeben, etwa acht Befehle in zwölf Minuten, sagte Sajid Schaischa, führender Ermittler der Kanalbehörde. Das Schiff habe deshalb nicht genug Zeit gehabt, diese auszuführen. (dpa-AFX)

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