Gothaer Bilanz: Solide Zahlen und Fokus auf den Mittelstand

Foto: Gothaer
Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns.

Solide Zahlen und ein leichtes Plus. Der Gothaer Konzern ist insbesondere im Mittelstandssegment und im Krankenzusatzgeschäft gewachsen. Für 2021 liegt der Fokus auf dem dem Ausbau des Firmengeschäft und hier ganz besonders auf dem Mittelstand.

Gothaer Konzernvorstand Oliver Schoeller präsentierte solide Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr: Trotz Corona-Krise wuchs der Konzern. Insbesondere in der Gothaer Allgemeine Versicherung AG mit plus 4,7 Prozent und der Gothaer Krankenversicherung AG mit plus 2,7 Prozent legten zu. Getrieben wurde die Zuwächs in der Allgemeinen durch eine große Nachfrage in der Gewerbeversicherung und in der Krankenversicherung durch eine sehr starke Nachfrage nach der betrieblichen Krankenversicherung.

In der Lebensversicherung verspürte der Konzern dagegen die Auswirkungen der Pandemie deutlicher: Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte die Sparte bei den Beiträge ein Minus von 1,6 Prozent. Dies führte dazu, dass die Beiträge auf Gothaer Konzernebene mit plus 0,7 Prozent auf 4.557 Millionen Euro nur leicht stiegen.

„Wir sind mit der Kraft der Gemeinschaft bisher sehr gut durch die Krise gekommen: In der Sach- und Krankenversicherung haben wir ein Rekord-Neugeschäft erreicht. Gerade unsere Kernzielgruppe – den Mittelstand – haben wir mit zahlreichen Maßnahmen durch die Krise begleitet“, so Konzernchef Schoeller.

„Der Blick auf den bisherigen Verlauf des Jahres 2021 zeigt einen starken Jahresanfang trotz Pandemie-bedingter schwieriger Rahmenbedingungen. Die Revitalisierung der Wirtschaft wird nun maßgeblich von der Impf- und Testleistung abhängen“, so Schoeller. Die Gothaer wolle hier ihren eigenen Betrag leisten, und sobald möglich, ihren Mitarbeitenden und Partnerinnen und Partnern im Exklusivvertrieb Impfungen anbieten, so Schoeller.

Die Konzerneigenkapitalbasis konnte 2020 weiter gestärkt werden: Zum Jahresende wurde ein Wert von 1.326 Millionen Euro (Vorjahreswert 1.264 Millionen Euro) erreicht. Die Gothaer sei auch in der Corona-Krise starker Partner für den Mittelstand, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Gothaer gewinnt im Firmenkundengeschäft

„Die Bedürfnisse von Unternehmerkunden decken sich mit den Stärken des Geschäftsmodells der Gothaer: Mittelständische Unternehmen brauchen individuelle Risikokonzepte und einen Partner mit ausgeprägtem Sachverstand für ihre spezifischen Risiken und hohe Kompetenz im Underwriting. Wir bewegen uns mit dem Mittelstand im effektivsten Segment der Gothaer Zukunft mit bereits ausgeprägten Stärken und 200-jähriger Erfahrung. Dieser Markt wird in Zukunft stark wachsen und neue Risikocluster entwickeln“, sagt Thomas Bischof, der neue Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine Versicherung AG. Bischof hatte das Amt vor rund drei Monaten übernommen und kommt von der Württtembergischen Versicherung.

Der Mittelstand – das Fundament der deutschen Wirtschaft – zeigt sich nach Einschätzung Bischofs übrigens auch in der Corona-Krise deutlich resilienter als Großunternehmen: „Die schnelle Anpassungsfähigkeit wird dadurch deutlich, dass mehr als 50 Prozent der Unternehmen ihr Geschäftsmodell aufgrund der Corona-Krise neu ausgerichtet haben“, so Bischof.

Nach Aussage des neuen Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeinen. lag das beim Wachstum über Marktniveau. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 4,7 Prozent auf 1.941 Millionen Euro. Auch das Geschäft mit Unternehmerkunden stieg, um 7,5 Prozent auf 825 Millionen Euro.

Neues Tool für Firmen: Gothaer Unternehmens-Radar

Für die Beratung der Zielgruppe hat der Konzern zur Bilanzpressekonferenz ein neues Tool entwickelt. Mit dem Gothaer Unternehmens-Radar steht Unternehmerkunden auf www.gothaer.de ein Tool zur Verfügung, dass die Grundlage für einen ganzheitlichen, sparten-übergreifenden Beratungsansatz speziell für mittelständische Unternehmen bilde, erklärte Bischof.

Hieraus entsteht das Gothaer Unternehmens-Konzept, das dabei helfen soll, Kundenbedarfe strukturiert zu ermitteln und den Fokus je nach Bedarf auf verschiedene Aspekte wie „Team“, „Betrieb“ und „Management“ legt. Das reicht von der Mitarbeitergewinnung und der Absicherung von Schlüsselpersonen über die Absicherung der Gebäude und die Cyberversicherung bis hin zum Unternehmer und seiner Familie mit der privaten Absicherung und Vorsorge.

Rückgänge im Lebensegment

„Wir werden im Sommer ein Portal zur unkomplizierten Verwaltung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und betrieblichen Krankenversicherung (bKV) anbieten. Hierdurch soll unseren Unternehmerkunden ein Teil ihres Verwaltungsaufwandes genommen werden.“ so Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung AG.

Laut Kurtenbach sanken im abgelaufenen Jahr die gebuchten Bruttobeiträge im Geschäftsfeld Leben leicht um 1,6 Prozent auf 1.445 Milliarden Euro. Davon entfielen 1.313 Milliarden Euro auf die Gothaer Lebensversicherung AG und 132 Millionen Euro auf die Gothaer Pensionskasse.

KV: Plus 14,7 Prozent im Neugeschäft

Dagegen konnte die Gothaer Krankenversicherung deutlich von der Coronapandemie profitieren: Durch die Corona-Pandemie ist das Gesundheitsbewusstsein bei Privat- und Unternehmerkunden stark gestiegen. Hier erwarten wir eine steigende Nachfrage nach ganzheitlichen Angeboten rund um das Thema Gesundheit. Zudem wissen wir, dass ein gesundheitsförderndes Angebot Mittelständlern hilft, sich im Kampf um Talente vom Wettbewerb zu differenzieren. Die betriebliche Krankenversicherung ist ein wichtiges Instrument für Unternehmen, um Mitarbeiter zu binden und zu begeistern“, sagt Dr. Sylvia Eichelberg, Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung AG.

Die Gothaer ist laut Eichelberg einer der führenden Anbieter in diesem Segment. Die hohe Nachfrage zeigt, dass dieser Entwicklungsansatz funktionierte und den Kundenbedarf treffe.

Die Gothaer Krankenversicherung wächst insbesondere in der Zusatz-versicherung stark. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gothaer Krankenversicherung AG lagen mit 889 Millionen Euro um 2,7 Prozent über dem Niveau von 2019. Das Neugeschäft konnte um 14,7 Prozent gesteigert werden. Die Anzahl der versicherten Personen stieg 2020 um 8,9 Prozent.

Stellenwert Nachhaltigkeit

Vor der Hintergrund des Inkrafttretens der EU-Transparenzverordnung betonte Harald Epple, Finanzvorstand der Gothaer und im Vorstand für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich, nachdrücklich den hohen Stellenwert des Thema Nachhaltigkeit: Bereits 1995 sei das Unternehmen einer der ersten Versicherer in Deutschland, der das Potenzial der Erneuerbaren Energien erkannt habe und Versicherungskonzepte für Windkraftanlagen und andere erneuerbare Energien entwickelt hätte.

2020 sei das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus gerückt, so Epple. So sei zum 200. Unternehmens-Jubiläum am 2. Juli 2020 die Gothaer Stiftung gegründet, die einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft leisten werde.

„Die Gothaer Stiftung soll die Förderung von Forschung zu gesellschaftlich relevanten Entwicklungen, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Nachhaltigkeit und die Durchführung von Projekten mit Bezug zu allen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung fördern“, sagte Epple. Durch die im Januar 2020 gegründete Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement wird laut Epple Nachhaltigkeit systematisch in die Unternehmensstrategie integriert.

Bei der Analyse der Nachhaltigkeits-Berichte deutscher Versicherer durch die Zielke Research Consult GmbH belegte die Gothaer nach Epples Angaben den ersten Platz. Die Begründung: Es werden konkrete Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen umgesetzt. Ebenso berichtet die Gothaer transparent über den Einbezug der ESG-Kriterien in die Kapitalanlagenpolitik und stellt den Anteil an nachhaltigen Kapitalanlagen dar.

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