Neue Chancen für die betriebliche Krankenversicherung

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Daniel Schmalley, Barmenia

Das Interesse an der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) steigt ungebrochen an. Infolge der Pandemie dürfte sich die Nachfrage sogar weiter erhöhen. Denn zwei Themen beschäftigen die Firmen derzeit besonders: Erstens, der Neu-Zuschnitt von Angeboten der Betrieblichen Gesundheit, um auch Mitarbeiter im Home-Office zu erreichen. Zweitens: Der Wettbewerb um Fachkräfte, der sich in dem Maße verschärft, wie sich die Wirtschaft erholt. Profitieren können nun vor allem Vermittler, die Unternehmen umfassend zu diesen Fragen beraten. Von Daniel Schmalley, Leiter des Competence Centers Firmenkunden der Barmenia

Dass Krisen auch Chancen eröffnen, ist zwar ein Allgemeinplatz – deswegen aber noch lange nicht falsch. Auf den Vertrieb der bKV trifft der Satz jedenfalls zu, so viel ist bereits klar. Denn durch die Pandemie haben sich Bedürfnisse verändert oder verstärkt, auf die eine bKV genau die passenden Antworten gibt.

Viele Arbeitnehmer stellen sich Sinnfragen

Kaum je zuvor in den letzten Jahrzehnten haben sich Mitarbeiter wohl so sehr mit ihrer Gesundheit beschäftigt wie während der Pandemie. Vielen Arbeitnehmern dürfte das Thema weiter wichtig bleiben. Denn seit Ausbruch der Corona-Krise war nahezu tagtäglich zu hören, dass viele Risiken für einen schweren Covid-Verlauf direkt mit unserem Lebensstil zusammenhängen, etwa eine erworbene Diabetes oder Bluthochdruck.

Zudem war und ist die Pandemie für die meisten Menschen sehr belastend. Da kommen Sinnfragen auf, man hält inne, ordnet Prioritäten neu, nimmt sich vielleicht vor, gesünder zu leben, mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen und generell eine bessere Balance zwischen beruflicher Belastung und Erholung herzustellen.

Eine Zahl illustriert dieses Innehalten ganz besonders: Nahezu jeder Vierte will nach der Pandemie den Job wechseln. Das hat eine Umfrage von StepStone unter rund

28.000 Arbeitnehmern ergeben. Vier Gründe sind den Experten zufolge ausschlaggebend: Manche Arbeitnehmer streben jetzt eine sichere Stelle an – so habe etwa die Suche nach Positionen im öffentlichen Dienst stark zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass dieser Effekt sich nach der Krise wieder abschwächt.

Anderen geht es der Umfrage zufolge darum, sich für die digitale Zukunft besser zu wappnen. Aber auch zwei weitere Argumente spielten eine wichtige Rolle – die Sinn-Suche und das Verhalten des eigenen Arbeitgebers in der Krise, etwa die Frage: Wie viel Verständnis hat der Chef aufgebracht für die Sorgen um die Gesundheit und die familiären Belastungen?

Neben der Fürsorge des Arbeitgebers ist ein weiteres Bedürfnis der Beschäftigten der Wunsch nach mehr Home-Office, auch nach der Pandemie. 74 Prozent sagen dem Digitalverband Bitkom zufolge, Home-Office solle noch sehr viel stärker genutzt werden.

Der Verband geht davon aus, dass in der Corona-Pandemie 10,5 Millionen Berufstätige ausschließlich im Home-Office gearbeitet haben, weitere 8,3 Millionen zum Teil. Das wären 45 Prozent aller Beschäftigten. Laut Bitkom könnte auch nach der Pandemie mehr als jeder Dritte seinen Arbeitsort wenigstens teilweise flexibel wählen.

Fachkräftemangel nimmt zu

Diese Entwicklungen stellen die Arbeitgeber vor neue Herausforderungen: Die gesteigerte Jobwechsel-Lust verschärft den Fachkräftemangel weiter, und der Fokus auf die eigene Gesundheit – kombiniert mit dem Wunsch nach mehr Home-Office – verändert die Anforderungen an die Betriebliche Gesundheit.

Im Jahr vor der Krise, in 2019, verzeichnete die Bundesrepublik eine Rekord-Beschäftigung. Für manche Qualifikationen war der Arbeitsmarkt buchstäblich leergefegt; der Mangel an Fachkräften drohte das Wachstum zu bremsen. Dann kam die Pandemie, ein schwerer wirtschaftlicher Einbruch, ein zeitweiliger Crash an den Börsen.

Doch anders als vielleicht zu erwarten, stieg die Arbeitslosigkeit infolge nur leicht ein. Zuletzt betrug die Erwerbslosenquote mit knapp sechs Prozent gerade mal rund einen Prozentpunkt mehr als 2019. Das Kurzarbeitergeld federte die Krisen-Effekte ab; zudem agierten viele Unternehmen weitsichtig – und vermieden es Personal abzubauen, das nach der Krise fehlen würde.

Mittlerweile hat der Aufschwung bereits begonnen. Zwar ist die Pandemie noch nicht überstanden, aber die Bundesregierung rechnet für dieses und das kommende Jahr mit einem so starkem Wachstum, dass Deutschland schon in 2022 wieder auf Vorkrisenniveau ankommen soll.

Das heißt: Schon sehr bald dürfte sich der Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte erneut intensivieren. Hinzu kommt, dass unsere Gesellschaft weiter altert; das ist zwar nicht neu, allerdings spüren die Unternehmen diesen Effekt jetzt mit jedem Jahr mehr.

Laut Bundeswirtschaftsministerium verringert sich die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bereits in den kommenden zehn Jahren um 3,9 Millionen. Alternde Belegschaften und erhöhte Belastungen im Aufschwung können sich wiederum nachteilig auf die Zahl der Krankentage auswirken.

Unternehmen können mit dem Thema Gesundheit punkten

Genug Gründe also für Firmen, sich um die gesundheitlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besonders zu kümmern. Zugleich sollten Gesundheitsprogramme so konzipiert sein, dass sie auch Beschäftigte im Home-Office oder auf Dienstreise erreichen.

Denn mehr Home-Office heißt: Viele Angebote können nicht so bleiben, wie sie vor der Krise waren. Die Rückenschule Dienstag um 17 Uhr? Schwierig, wenn mehr als die Hälfte der Belegschaft an dem Tag von Zuhause arbeitet und extra reinpendeln müsste, um teilzunehmen. Das gilt genauso für Gesundheitstage in der Kantine, Massage-Angebote oder das eigens eingebaute Sportstudio im Souterrain des Bürogebäudes.

Gerade die bKV kann hier punkten: Sie lässt sich orts- und zeitunabhängig nutzen. Diese Art der privaten Krankenzusatzversicherung durch den Arbeitgeber ermöglicht Mitarbeitern Versorgung auf Privatpatienten-Niveau und ist – unabhängig von der Pandemie – ein stark motivierendes Personalinstrument.

Mittlerweile sind die Angebote so flexibel gestaltet, dass Mitarbeiter die Leistungen oft weitgehend frei wählen können.

Bei der Barmenia haben wir beispielsweise einen sogenannten Budget-Tarif eingeführt, unter dem Namen WellYou. Mitarbeiter können dabei je nach Vereinbarung jährlich 300, 600 oder 900 Euro für gesundheitliche Zusatz-Leistungen ihrer Wahl ausgeben – ob für umfassende Vorsorge-Untersuchungen, Arzneimittel, Naturheilverfahren, den Zahnarzt, Sehhilfen oder ein Krankenhaustagegeld.

Das Angebot wird erweitert um Assistance-Leistungen. Die lassen sich ebenfalls sehr flexibel in Anspruch nehmen – etwa die kostenlose telemedizinische Beratung rund um die Uhr; ein Facharztterminservice, um frühestmöglich einen Spezialisten treffen zu können; oder die Erschöpfungsprävention, also professionelle Hilfe für den Umgang mit Stress.

Vermittler sollten umfassend zu Personalthemen beraten

Der Wunsch nach mehr Fürsorge durch den Arbeitgeber; der verstärkte Fokus der Beschäftigten auf die eigene Gesundheit; der Fachkräftemangel; der Trend zum Home-Office, der die Anforderungen an Gesundheitsangebote verändert; alternde Belegschaften und der Wunsch der Unternehmen, durch bessere Vorsorge Krankentage zu senken – all das macht die bKV zum Personalinstrument der Stunde.

Wer es als Vermittler versteht, Unternehmen zu den jetzt drängenden Personalfragen umfassend zu beraten und fachlich zu begleiten, dürfte daher kaum Probleme haben, Kunden zu finden und echten Mehrwert zu schaffen.

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