Robustes Geschäftsmodell: Axa schließt 2020 mit leichtem Plus ab

Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Konzern AG.

Axa Deutschland schließt das Geschäftsjahr 2020 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen mit einem leichten Plus ab. Das Geschäftsmodell habe sich als äußerst robust erwiesen, betont der Versicherer. So stiegen in der Krankenversicherung die Beitragseinnahmen um fünf und in der Vorsorge um zwei Prozent.

Unterstützt durch Kostensenkungen, die der Versicherer allerdings nicht näher erläuterte, konnte das operative Ergebnis nach Steuern (Underlying Earnings) um 1,5 Prozent auf 582 Millionen Euro verbessert werden. Der Jahresüberschuss nach IFRS (Net Income) erhöhte sich um sieben Prozent auf 512 Millionen Euro. Der Sprung kam in erster Linie aufgrund von Veräußerungsgewinnen aus Aktien sowie einer günstigen Entwicklung aus Währungskursabsicherung zustande.

Deutliche Effekte durch Pandemie, geringe Schäden aus Naturkatastrophen

Insbesondere die Corona-Pandemie und die Leistungen in der Betriebsschließungsversicherung verursachten außergewöhnlich hohe Belastungen in der Sachversicherung. Zudem ging das Neugeschäft krisenbedingt zurück.

Diese Effekte wurden teilweise durch weniger Schäden aus Naturkatastrophen, einer geringeren Schadenfrequenz in der Kfz-Versicherung sowie Besserabwicklungen von Vorjahresschäden aufgefangen. Auch wirkten sich kurz- und langfristige Effizienzmaßnahmen sowie ein gutes Krisenmanagement positiv auf das Gesamtergebnis aus, betont der Versicherer. Nähere Angaben machte die Axa hierzu aber nicht. Die Schaden-Kosten-Quote in P&C konnte folglich im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent-Punkte auf 91,3 Prozent gesenkt werden.

Personenversicherung: stabiles Wachstum trotz Krise

In der Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um fünf Prozent auf 3.429 Millionen Euro. Deutlich unterstützt wurde der Zuwachs durch ein kontinuierliches Kundenwachstum im Segment Öffentlicher Dienst. Insgesamt wuchs die Anzahl der Versicherten in der Vollversicherung minimal auf 800.000 Tausend (+0,1 Prozent). Der Markt hatte nach Angaben des Kölner Versicherers hier einen Rückgang von 0,1 Prozent zu verzeichnen.

In der Vorsorge stiegen die Umsätze um zwei Prozent, vor allem dank eines starken ersten Quartals, wie die Axa betonte. Getragen wurde die Entwicklung dabei vor allem durch das Wachstum im Bereich der Biometrieprodukte aber auch in den modernen Hybridprodukten. Hier gab es ein Plus von 18 Prozent. Dagegen verzeichnete die Axa beim traditionellen Geschäft mit Garantien einen weiteren Rückgang (- 1 Prozent).

Trotz krisenbedingter Einbußen wuchs das Neugeschäft insgesamt leicht um 1,6 Prozent auf 381 Millionen Euro APE (Annual Premium Equivalent) gegenüber dem Vorjahr.

Axa untermauert Anspruch auf Führungsrolle beim Thema Digitalisierung

Beim Thema digitale Transformation betont der Konzern seine Vorreiterrolle. Man habe hierauf aufbauend auch in der Krise schnell und pragmatisch reagieren und die Kundenzufriedenheit deutlich steigern können.

So habe man bereits während der ersten Phase des Lockdowns erfolgreich eine digitale Interaktion zu Mitarbeitenden, Kunden und Vertriebspartnern aufbauen und damit den Kontakt zu den Versicherten halten können. Auf den Bedarf der Kunden habe man pragmatisch mit flexiblen Lösungen reagieren können, betont der Versicherer. Etwa durch Deckungsanpassungen, Beitragsstundungen, einem umfassenden Corona-Hilfspaket sowie kostenlose Deckungen für Familien und systemrelevante Berufe.
 
„Das Krisenjahr 2020 hat uns alle stark gefordert. Unsere Transformation hat es uns ermöglicht, schnell und effizient auf die aktuelle Krise zu reagieren und so Stabilität für unsere Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeitenden zu gewährleisten. Unser klarer Fokus auf die strategisch wichtigen Geschäftsfelder sowie unsere Kundenzentrierung waren die Grundlage unserer Resilienz in der Krise. Damit sind wir für die Zukunft und auch für die zukünftigen Folgen der Pandemie gut aufgestellt“, bilanziert Dr. Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Konzern AG.

Strategie 2023 löst Ambition 2020 ab

Mit der Ambition 2020 habe Axa vor fünf Jahren einen umfassenden Transformationsprozess angestoßen und das eigene Geschäftsmodell auf die Mission „Wir geben Sicherheit“ ausgerichtet. Ziel war es, Kundenbeziehungen zu vertiefen, Effizienz und Effektivität zu steigern und im ganzen Unternehmen eine Kultur der Agilität zu verankern. Heute sei Axa im deutschen Versicherungsmarkt digitaler Vorreiter. Zudem sei das Wachstum in den präferierten Segmenten überdurchschnittlich und die Kundenzufriedenhait deutlich verbessert. Man sei einer der rofitabelsten Versicherer und Arbeitgeber Nr. 1 in der Versicherungsbranche.

„Die Trends und Entwicklungen, die unsere erfolgreiche Transformation geprägt haben, wurden durch die Corona Pandemie noch einmal beschleunigt und verstärkt. Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen und werden ihn mit der Strategie 2023 konsequent weiter gehen“, betont Vollert.

Mit der „Strategie 2023“ will der Konzern den Kurs fortsetzen. Man trete in die nächste Phase der Transformation ein. Im Zentrum stehen ein weiterer konsequenter Kundenfokus sowie der Ausbau einfacher, digitaler Kundeninteraktionen und -services. Ein Schwerpunkt soll dabei auf dem Ausbau eines Omnikanalmodells im Exklusivvertrieb liegen. Darüber spielen die Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung ein wichtige Rolle. Konkrete Angaben zu den ambitionierten Ziele – etwa mit Blick auf Investments oder Diversity machte der Versicherer allerdings nicht. (dr)

Foto: Axa

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