Versicherung und Altersvorsorge – Aufbruch oder Abgesang?

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Pascal Schiffels, Morgen & Morgen

Mit Garantiezinssenkung, der Abkehr von der 100-Prozent-Beitragsgarantie und einer immer nachhaltigeren Ausrichtung ordnet sich auch das Portofolio an Altersvorsorgeprodukten neu. Die Versicherer regagieren mit Lösungen, die kraftvoll der Krise entgegentreten. Das Kanninchen ist aus der Schockstarre erwacht. Ein Kommentar von Pascal Schiffels, Geschäftsführer von Morgen & Morgen.

Es lässt sich nicht beschönigen, das Jahr 2021 war erneut herausfordernd. Die Pandemie hat die Kapitalmarktsituation noch verschärft und ein schnelles Handeln verlangt. Des Weiteren kommt mit der Senkung des Höchstrechnungszinses zum Jahreswechsel die Neukalkulation der Tarife auf die Versicherungsgesellschaften zu.

Das sinnbildliche Kaninchen ist aus seiner Schockstarre erwacht. Der Versicherungsmarkt reagiert mit Lösungen, die kraftvoll der Krise entgegentreten. Flexiblere Produkte, die Abkehr von der 100prozentigen Beitragsgarantie sowie die nachhaltige Ausrichtung seitens der Versicherer bieten Vermittlern und Verbrauchern ein immer breiteres Spektrum an individuellen Absicherungsoptionen. Das Portfolio der Altersvorsorgeprodukte ordnet sich vor diesem Hintergrund neu. Wie die Versicherungsgesellschaften ihre Weichen gestellt haben, wird 2022 zeigen. Für die Gesellschaften ein spannendes Jahr, in dem es stark um die eigene Tarifpositionierung gehen wird.

Auf Vermittlerseite geht es darum, die Chancen und Risiken der einzelnen Angebote zu überblicken und individuell passende Lösungen haftungssicher anzubieten. Und das in all den Feinheitsgraden zwischen risikoavers und risikoaffin. Das ist die große Herausforderung in der Altersvorsorgeberatung. Hierbei ist es äußert anspruchsvoll, die komplexen Funktionsweisen im Detail zu verstehen. Deren Auswirkungen auf die Renten- bzw. Ablaufleistung zu kennen, ist in jedem Fall entscheidend – und das für alle Produkte auf einer vergleichbaren und belastbaren Basis. Auch hier gibt es bereits Lösungen, die mit Hilfe von stochastischen Hochrechnungen alle Produkte mit ihren Renditepotenzialen auf eine einfache, aber sichere Weise abbilden.

Das Defizit liegt aktuell in einem fehlenden Standard, der Vermittlern und Verbrauchern die Chancen und Risiken einheitlich aufzeigt und damit eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Tarife im Hinblick auf ihre Renditepotentiale ermöglicht. Es geht 2022 für alle Marktteilnehmer mehr denn je darum, Verbrauchern individuell aufzeigen zu können, welches Produkt realistisch zu ihren Erwartungen und Bedürfnissen passt. Nur gemeinsam wird ein solcher Aufbruch gelingen.

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