W&W: Halbjahresgewinn fast verdoppelt

Foto: W&W
Jürgen A. Junker

Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr 2021 hinter sich und konnte den Konzernüberschuss nahezu verdoppelt. Der Gewinn nach Steuern stieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum von 107 Millionen Euro auf 196,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Jahresüberschuss zwischen 280 bis 330 Millionen Euro.

Das Bewertungsergebnis verbesserte sich – auch aufgrund des guten Aktienumfelds – deutlich, teilte der Konzern mit. Moderat verlief zudem die Schadenentwicklung im ersten Halbjahr.

Ein lebhaftes Neugeschäft hat der W&W Marktanteilsgewinne. Zudem wurde das digitale Produkt- und Leistungsspektrum in den ersten sechs Monaten weiter ausgebaut. Der vor fünf Jahren eingeleitete digitale und strategische Aufbruch zeige eine weiter zunehmende Wirkung, betont der Versicherer bei der Veröffentlichung der Zahlen.

Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der W&W AG: „Die sehr gute Entwicklung der ersten sechs Monate 2021 zeigt, dass unsere strategischen Initiativen in der W&W-Gruppe erfolgreich sind. Wir wachsen im Neugeschäft über dem Marktdurchschnitt, wir entwickeln innovative und starke Produkte, die Kundenzufriedenheit steigt. Zugleich gewinnen wir durch unsere digitalen Angebote neue Kundinnen und Kunden und erhöhen dank schnellerer Prozesse und unseres Kostenmanagements die Effizienz. Dabei bleiben Innovation, Kundennähe und Digitalisierung die Eckpfeiler des Wandels.“

Junker zeigt sich trotz der anhalten Unsicherheiten durch die Coronapandemie und der Flutkatastrophe für das zweite Halbjahr zuversichtliche. Zwar gehe man davon aus, dass die Schäden im Gesamtjahr infolge der Flutkatastrophe vom Juli erheblich über dem Vorjahreswert liegen werden. Man sei aber vorausschauend rückversichert. „In der Überschwemmungskatastrophe stehen wir unseren Kundinnen und Kunden mit schneller und unkomplizierter Hilfe zur Seite“, betont der Vorstand. Aussagen über Schadenhöhe und mögliche Belastungen machte Junker jedoch nicht.

Deutliches Plus im Geschäftsfeld Wohnen

Im Baufinanzierungsgeschäft verzeichnete die W&W-Gruppe einen deutlichen Anstieg des Neugeschäfts um 14,1 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 3,17 Milliarden Euro). Das Netto-Neugeschäft (eingelöstes Neugeschäft) im Bausparen lag in den ersten sechs Monaten mit 5,01 Milliarden Euro leicht (minus 1,4 Prozent) unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 5,08 Milliarden Euro.

Zweistelliges Wachstum in der Personenversicherung

In der Personenversicherung stiegen die Bruttobeiträge im ersten Halbjahr um 11,5 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,19 Milliarden Euro). In der Schaden- und Unfallversicherung nahmen die Bruttobeiträge um 6,5 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zu nach 1,33 Milliarden Euro im Jahr zuvor, wozu alle drei Segmente Kraftfahrt, Firmenkunden und Privatkunden beitrugen.

Combinded Ratio sinkt auf 82,4

In der Kfz-Versicherung waren die Schäden – auch bedingt durch die eingeschränkte Mobilität während des Corona-Lockdowns – rückläufig. Bereits im Juni fielen in der Sachversicherung jedoch hohe Aufwendungen für Elementarschäden aus Unwettern an. Die Kosten-Aufwands-Relation (Combined Ratio) in der Schaden-/Unfallversicherung verbesserte sich dennoch von 85,3 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 82,4 Prozent.

Adam Riese verdoppelt Wachstumsgeschwindigkeit

Im Geschäftsfeld für die digitalen Geschäftsmodelle der W&W-Gruppe setzte die Digitalmarke Adam Riese ihren Wachstumskurs auf mittlerweile mehr als 200.000 Kundinnen und Kunden fort. Damit verdoppelte sich die Wachstumsgeschwindigkeit. So benötigte Adam Riese knapp 30 Monate, um die ersten 100.000 Kunden zu gewinnen und nur 15 Monate für die nächsten 100.000.

Unwetter belasten im dritten Quartal

Trotz der massiven Schäden im Juni und Juli infolge der starken Unwetter insbesondere im Westen und Süden Deutschlands, die im dritten Quartal zu hohen Belastungen führen werden, bestätigt die W&W-Gruppe die im Juni beschlossene Prognoseanhebung für das Konzernergebnis 2021.

Der Konzern rechnet weiter mit einem Konzernjahresüberschuss zwischen 280 und 330 Millionen Euro nach 210,8 Millionen Euro im Vorjahr. Voraussetzung dafür ist, dass es im weiteren Jahresverlauf weder zu wesentlichen Beeinträchtigungen durch die Pandemie noch zu Kapitalmarktverwerfungen oder zu nochmaligen großen und nicht absehbaren Schadensereignissen kommt.

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