Anzeige
23. August 2013, 10:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV-Reformen: Vorteile für den Verbraucher retten

Die Marktdurchdringung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) erfolgt nur schleppend. Experten kritisieren, dass das geltende Steuer- und Sozialversicherungsrecht sowie die geplante Finanztransaktionssteuer die Vorteile für den Verbraucher aushöhlen.

bAVDer Steuerberater und Vorsitzende des Beirats des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), Professor Dr. Thomas Dommermuth ärgert sich über das derzeit geltende Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Dieses würde sich zu einem “Gefährdungspotenzial für die bAV” entwickeln, so Dommermuth. “Durch das GKV-Modernisierungs-Gesetz von 2004 werden die Leistungen der bAV mit vollen Beiträgen für Kranken- und Pflegeversicherung belastet, wenn sie den aktuellen Bagatellbetrag, der bei einer Monatsrente von 134,75 Euro liegt, übersteigen. Dies hat bei sehr vielen Empfängern derartiger Leistungen für große Unruhe gesorgt.”

Volle Beitragsbelastung als “Damokles-Schwert”

Die volle Beitragsbelastung von 17,7 Prozent – 15,5 Prozent GKV-Beitrag plus 2,2 Prozent Pflegeversicherungsbeitrag – werde grundsätzlich als “Damokles-Schwert” empfunden, konstatiert der Steuerexperte. “Die Menschen denken wie folgt: Wenn man uns später über 17 Prozent plus nachgelagerte Besteuerung wegnimmt, dann kann sich die bAV nicht rentieren”, kritisiert Dommermuth.

Das stimme zwar nicht, betont der Wissenschaftler, denn die Vorteile auf der Beitragsseite seien aufgrund des Stundungsvorteils durch Steuer- und Sozialversicherungsersparnis sowie Progressionsvorteil der Steuer immer noch derart hoch, dass sie die Nachteile auf der Leistungsseite deutlich überkompensierten. “In der Wahrnehmung der Menschen schaut dies jedoch anders aus”, mutmaßt der bAV-Fachmann.

Finanztransaktionssteuer auf bAV stößt auf breite Ablehnung

Experten wie Dommermuth setzen sich daher zusammen mit der Versicherungswirtschaft für umfangreiche Reparaturmaßnahmen an der zweiten Säule des Altersvorsorgesystems ein. Neben einer verminderten Belastung der bAV mit dem halben Krankenversicherungs-/Pflegeversicherungs-Beitragssatz wie vor dem Jahr 2004 plädiert die Fachwelt vor allem für eine Ausnahmeregelung für die bAV bei der Umsetzung einer Finanztransaktionssteuer.

“Bereits Anfang 2014 soll die Steuer in mindestens elf Ländern eingeführt werden”, befürchtet Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). “Ursprünglich gedacht, um die Verursacher der Finanzkrise an den Kosten zu beteiligen, sollen jetzt auch Kapitalanlagen besteuert werden, die der Altersvorsorge dienen. Künftig wird der Staat die Eigenvorsorge also mit der einen Hand fördern und den Menschen das Geld mit der anderen Hand über die Steuer wieder wegnehmen”, kritisert Erdland. Das führe die Altersvorsorgeförderung “ad absurdum”.

Der GDV fordert deshalb “nachdrücklich”, dass die private und betriebliche Altersvorsorge von der Steuer ausgenommen werden soll. Insgesamt zieht der GDV in diesem Jahr eine gemischte bAV-Bilanz.

Seite 2: Marktdurchdringung kommt kaum voran

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Die Menschen sind vorsichtig angesichts von sich ständig ändernden Rahmenbedingugen: Die Politik fordert zwar lauthals, die Menschen sollen private Altersvsorsorge betreiben. Doch wer Altersvorsorge betreibt, wird von der Politik kurze Zeit darauf zynisch als “starke Schulter” betrachtet, die mehr tragen müsse. Bestes Beispiel SPD und Grüne, die die Abgeltungssteuer auf 30% + Soli erhöhen wollen.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 23. August 2013 @ 11:28

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Kunden offen für Digitalisierung – Berater bleibt wichtig

Die deutschen Versicherungskunden erkennen in der Digitalisierung der Versicherungsbranche deutliche Vorteile für sich. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Kundenmonitor Assekuranz” des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, die zum dritten Mal seit 2013 mit dem Schwerpunktthema “Digitalisierung” durchgeführt wurde.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Haftungsrisiken treiben deutsche Stiftungen um

Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen untersucht, wie Stiftungen mit den Haftungsrisiken umgehen. Ein Thema, das aufgrund des anhaltenden Niedrigzins-Dilemmas an Bedeutung gewinnt.

mehr ...
18.01.2017

Donald sieht rot

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...