5. Mai 2015, 18:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie warnt Assekuranz vor kurzfristigen Budgetkürzungen

Kurzfristiges Effizienzdenken führt Versicherungsunternehmen nicht zum langfristigen Erfolg, ergab eine aktuelle Studie des Bearing Point Institute. Dennoch neigten viele Versicherer zu kurzfristigen Kosteneinsparungen, um auf verschärfte Bedingungen am Markt zu reagieren, meinen die Studienautoren.

Assekuranz vor kurzfristigen Ausgabenkürzungen

Versicherer mit einem starren Geschäftsmodell sollten vor allem ihre Kundenorientierung stärken, die Entwicklung ihrer Produkte und Services beschleunigen sowie Frühwarnindikatoren einrichten, so die Studie.

Laut der Studie diskutiert das Topmanagement in der deutschen Assekuranz durchaus Strategien, “die nicht Produkte, sondern Kunden in den Mittelpunkt stellen”. Zudem gebe es ein gutes Verständnis für Trends und Veränderungen am Markt. Trotzdem versäumten viele Versicherer, ihr Geschäftsmodell entsprechend anzupassen, und setzten eher auf Maßnahmen zur kurzfristigen Kosteneinsparung.

Kurzfristige Ausgabenkürzungen seien “kontraproduktiv”

Dies sei allerdings kontraproduktiv, urteilen die Berater. “Kurzfristige Ausgabenkürzungen können die Fähigkeit einer Organisation, flexibel auf Veränderungen am Markt zu reagieren, zu ihrem eigenen Nachteil einschränken”, sagt Matthias Röser, Partner bei Bearing Point.

Dies erleichtere es Playern aus dem digitalen Bereich, im Markt Fuß zu fassen. “Von jeden zehn Euro, die ein Unternehmen durch kurzfristige Effizienzoptimierung einspart, sollte es einen Euro in seinen Change Prozess hin zu einem anpassungsfähigen Versicherer investieren”, empfiehlt Röser.

Laut Studie sind viele Unternehmen aber noch auf dem Stand von vor 30 Jahren und kämpften mit “niedrigen Margen, steigenden Ansprüchen auf Kundenseite und dem Wunsch nach mobilen Anwendungen”.

Vier Handlungsempfehlungen für Versicherer

Versicherer mit einem starren Geschäftsmodell sollten vor allem ihre Kundenorientierung stärken, die Entwicklung ihrer Produkte und Services beschleunigen sowie Frühwarnindikatoren einrichten, so die Studie.

Das heißt konkret, dass interne Prozesse an die “Customer Journeys” angepasst werden sollten und weniger an die Lieferzyklen von Produkten und Services. Als zweite Maßnahme empfehlen die Berater, dass alle Kanäle – von mobilen Anwendungen bis zum Direktkontakt im Call Center – miteinander zu verbinden seien, um “ein reibungs- und nahtloses Kundenerlebnis” zu schaffen.

Darüber hinaus raten die Autoren der Studie, eine flexible IT-Struktur zu implementieren, damit Produktinnovationen und -verbesserungen schnellstmöglich umgesetzt werden könnten. Zudem gelte es, individuelle Stärken und Eigeninitiative von Mitarbeitern zu fördern sowie Fortbildung und Motivation zu stärken. (lk)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...