Die zentrale Debatte zu Jahresbeginn: Bestimmt Bitcoins historisch zuverlässiger Vier-Jahres-Halving-Zyklus das Preisgeschehen noch immer? Das letzte Bitcoin-Halving fand im April 2024 statt und reduzierte die Mining-Belohnungen auf 3,125 Bitcoins. Historisch gesehen gingen Halvings starken Bullenmärkten voraus, auf die scharfe Rücksetzer folgten. Die Dauer dieser Bullenmärkte betrug etwa ein Jahr und fünf bis sechs Monate vom Halving bis zum Höchststand vor dem Abschwung, während die folgenden Bärenmärkte etwa ein Jahr dauerten. Projektionen legen nahe, dass Bitcoin im Oktober 2025 seinen Höhepunkt erreichte (genau ein Jahr und sechs Monate nach dem Halving im April 2024), was mit früheren Zyklen übereinstimmt. In Bezug auf die Preisentwicklung gilt: Da der Bitcoin-Preis über die Jahre gestiegen ist, hat der prozentuale Gewinn jedes nachfolgenden Bullenmarktes nach den Halvings abgenommen, während die Bärenmärkte typischerweise zwischen 75 und 85 Prozent fielen.

Violeta Todorova (Foto: Leverage Shares)
Nun stellt sich die große Frage: Da jeder Bullentrend nach einem Halving bisher etwa eineinhalb Jahre dauerte und jeder darauffolgende Bärentrend ein Jahr anhielt und um mehr als 75 Prozent einbrach – können wir, wenn wir dieses Muster auf den jüngsten Zyklus extrapolieren, schlussfolgern, dass Bitcoin bis Oktober 2026 wahrscheinlich auf 30.000 US-Dollar fallen wird? Dies entspräche einem Abwärtstrend von 75 Prozent ausgehend vom Allzeithoch über einen Zeitraum von einem Jahr.
Obwohl diese Analogie perfekt zum Timing und Ausmaß früherer großer Abwärtstrends passen würde, gibt es einen wichtigen Vorbehalt: Erstens verlief der letzte Bullrun viel gedämpfter als frühere. Zweitens fiel der Kurs, obwohl jeder vorangegangene Abwärtstrend prozentual deutlich einbrach, auf Wochenschlusskursbasis nie unter den Preis, den Bitcoin am Tag des Halvings hatte. Diese Fakten sind ermutigend für die Bullen und legen nahe, dass – sofern Konsistenz mit früheren Zyklen besteht – eine gute Wahrscheinlichkeit besteht, dass Bitcoin bei 60.000 US-Dollar seinen Boden gefunden hat.
Ein weiteres ermutigendes Zeichen für das bullische Szenario ist der aktuelle Stand des wöchentlichen Relative Strength Index (RSI). In früheren Zyklen fielen die großen Böden der Abschwünge mit RSI-Werten zwischen 26 und 29 Prozent zusammen, während der heutige wöchentliche RSI bei 28 Prozent liegt. Allerdings könnte sich noch eine bullische Divergenz zwischen dem Preis und dem RSI bilden, bevor der Abwärtstrend dreht (wie es 2022 der Fall war), was implizieren würde, dass Bitcoin von hier aus noch weiter fallen könnte. Dennoch ging nur mit einem Boden seit der Entstehung von Bitcoin eine bullische Divergenz im Wochendiagramm einher. All dies deutet darauf hin, dass Bitcoin entweder am Anfang steht oder nicht weit davon entfernt ist, einen bedeutenden Boden zu bilden. Im schlimmsten Fall könnte bei einem anhaltenden Rückgang bis Oktober 2026 der Kurs auf 50.000 US-Dollar absinken. Sollte dieses Unterstützungsniveau in den kommenden Monaten halten, können wir mit größerer Zuversicht erklären, dass der Abwärtstrend vom Hoch im Oktober 2025 beendet ist und sich der Bitcoin-Preis wahrscheinlich für einige Monate konsolidieren wird.
Dieser Zyklus unterscheidet sich in wichtigen Punkten. Im Gegensatz zu früheren Spitzenwerten erreichte Bitcoin nie die euphorischen Extreme, die typischerweise mit Zyklus-Tops verbunden sind. Das deutet darauf hin, dass der aktuelle Abschwung wahrscheinlich nicht das Ausmaß früherer Rückgänge erreichen wird. Der Vier-Jahres-Rhythmus mag noch intakt sein, wird aber zunehmend von institutionellen ETF-Flüssen überlagert, welche die Volatilität dämpfen und historische Analogien erschweren.











