Bitcoin über 73.000 Dollar: Ist das die Trendwende?

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Ist der Aufwärtstrend bereits gesichert?

Bitcoin klettert wieder über 73.000 Dollar und verzeichnet den stärksten Tagesanstieg seit Wochen. ETF-Zuflüsse und Marktmechanik sorgen für neue Dynamik. Doch nach Monaten mit Verlusten bleibt offen, ob daraus tatsächlich ein stabiler Aufwärtstrend entsteht.

Bitcoin legte am Mittwoch um mehr als 7 Prozent zu und schloss über der Marke von 73.000 US-Dollar – der höchste Stand seit einem Monat. Das nährt die Hoffnung, dass die fünfmonatige Verlustserie beendet werden kann. Doch der März hat gerade erst begonnen, eine bestätigte Trendwende liegt noch nicht vor.

Die 63.000-Dollar-Marke wurde im Februar dreimal verteidigt und bleibt damit die zentrale Unterstützung. Kurzzeitig rutschte der Kurs sogar unter 60.000 US-Dollar. Eine Stabilisierung oberhalb der 70.000-Dollar-Zone ist nun sowohl psychologisch als auch technisch entscheidend. Mögliche nächste Ziele liegen bei 75.500 und 83.700 US-Dollar.


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Stabilisierend wirken die ETF-Zuflüsse. Seit dem 24. Februar flossen rund 1,7 Milliarden US-Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs. Die institutionelle Nachfrage kommt zurück und gibt dem Markt Halt. Ein Teil der Dynamik könnte zudem auf einen Short Squeeze zurückzuführen sein. Wenn viele Short-Positionen nahe am Markt lagen, werden Stop-Loss-Ketten ausgelöst. Kurzfristig ein Befreiungsschlag, aber noch kein struktureller Bullenmarkt.

Der Markt befindet sich in einer möglichen Übergangsphase. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend braucht echte Spot-Nachfrage. Rallys, die überwiegend von ETF-Flows (Non-Spot) oder Hebelpositionen getrieben werden, sind oft weniger stabil als breit abgestützte Spot-Bewegungen. Scheitert Bitcoin mehrfach an wichtigen Widerständen, steigt das Rückschlagrisiko.

Makrofaktoren spielen weiterhin eine große Rolle. Für eine stabile Aufwärtsbewegung wären eine Entspannung im Nahen Osten, sinkende Renditen, ein schwächerer Dollar und anhaltende ETF-Zuflüsse hilfreich. Trumps krypto-freundliche Rhetorik sorgte zuletzt für Rückenwind beim Sentiment. Entscheidend bleibt jedoch, wie schnell und konkret regulatorische Initiativen umgesetzt werden.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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