Viele Menschen sparen nach Einschätzung von Volker Britt, Mitglied der Geschäftsleitung bei Plansecur, ineffizient. Er verweist auf die anhaltende Inflation und darauf, dass große Summen auf Giro- und Sparkonten jedes Jahr an Kaufkraft verlieren. Eine Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen zeigt dieses Verhalten deutlich: Das Girokonto steht mit 41 Prozent an der Spitze der genutzten Anlageformen, gefolgt von Sparbüchern und Spareinlagen. Britt sagt: „In beiden Fällen verlieren die Menschen real Geld statt es zu mehren.“
Er empfiehlt ein Drei-Töpfe-Modell, das Ersparnisse klar voneinander trennt. Der erste Topf dient als liquider Puffer für unvorhergesehene Ausgaben wie Reparaturen oder kurzfristige Ersatzanschaffungen. Drei bis fünf Monatsgehälter gelten als sinnvoll, und ein Tagesgeldkonto eigne sich dafür am besten.
Geplante Anschaffungen und langfristige Ziele verbinden
Der zweite Topf ist für geplante Investitionen vorgesehen, etwa für ein Auto, einen Fernseher oder eine Reise. Anlageformen wie Festgeld seien dafür geeignet, da es derzeit Angebote mit über zwei Prozent Zinsen gibt. Britt warnt davor, mit diesen Mitteln zu spekulieren, wenn sie innerhalb der nächsten fünf Jahre benötigt werden.
Der dritte Topf umfasst langfristiges Sparen über zehn Jahre und länger zur Vermögensbildung. Je nach Risikotoleranz empfiehlt Britt eine breite Mischung aus Aktien-, Anleihe- oder Rentenfonds. Von einzelnen Wertpapieren rät er ab, da sie für langfristige Pläne zu riskant seien.
Britt beobachtet, dass viele Menschen den ersten Topf überfüllen und dadurch weniger Mittel für Sicherheit und Wachstum zur Verfügung stehen. Zudem werde der langfristige Vermögensaufbau häufig zu spät angegangen oder ohne Beteiligung an weltweit gestreuten Aktienfonds.
Frühzeitig starten, Zinseszinseffekt nutzen
Er erläutert: „Der erste Topf wird in vielen Fällen überspart, dort steckt also viel mehr Geld drin, als sinnvoll ist. Viele Menschen wären gut beraten, einen Großteil davon in die beiden anderen Töpfe zu schieben und Finanzanlagen abseits des Giro- und Sparkontos zu nutzen.“ Außerdem sagt er: „Beim dritten Topf ist leider festzustellen, dass er häufig viel zu spät angegangen wird und die Beimischung von weltweit gestreuten Aktienfonds unterbleibt. Damit verschenken die meisten Menschen den Zinseszinseffekt, der umso stärker wirkt, je früher man anfängt, je länger die Sparphase läuft und je höher die Verzinsung ist. Konkret sollte man spätestens mit 25 Jahren beginnen, in den Wachstumstopf einzuzahlen.“













