Der Europace Hauspreisindex verzeichnet im Dezember 2025 einen leichten Rückgang der Immobilienpreise in fast allen Segmenten. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei Eigentumswohnungen aus. Gleichzeitig setzen neue Ein- und Zweifamilienhäuser ihren Preisanstieg fort, allerdings mit geringerer Dynamik als im Vormonat.
Die Preise für Eigentumswohnungen sinken im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,60 Prozent. Der entsprechende Indexwert fällt auf 217,37 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich dennoch ein Plus von 1,50 Prozent. Damit erreichen Eigentumswohnungen den niedrigsten Stand seit Mai 2025.
Neue Ein- und Zweifamilienhäuser verteuern sich im Monatsvergleich um 0,42 Prozent. Der Index steigt auf 243,27 Punkte. Auf Jahressicht liegt der Preisanstieg bei 2,68 Prozent und unterstreicht die anhaltende Nachfrage nach Neubauobjekten trotz gestiegener Finanzierungskosten.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Marktsegmenten
Bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern zeigt sich im Dezember eine leichte Abschwächung. Der Index sinkt um 0,22 Prozent auf 201,48 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich jedoch ein Anstieg von 1,40 Prozent.
Der Gesamtindex bleibt nahezu unverändert. Mit einem Minus von 0,11 Prozent erreicht er im Dezember 220,71 Punkte. Im Vorjahresvergleich steigen die Immobilienpreise insgesamt um 1,90 Prozent und bestätigen die Stabilisierung nach der Erholung im Verlauf des Jahres 2025.
„Der Europace Hauspreisindex zeigt im Dezember erneut ein differenziertes Bild: Während die Preise für Eigentumswohnungen um 0,60 Prozent sinken, steigen die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem Plus von 0,42 Prozent weiter an. Insgesamt sehen wir leicht steigende Zinsen und enormen Druck auf den Mietmarkt, während die Nachfrage nach Eigentum auch im neuen Jahr 2026 weiter hoch bleibt. Es liegt an der Politik, dem Sorge zu tragen – wir plädieren weiterhin für die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für den Ersterwerb“, kommentiert Stefan Münter, Co-CEO und Vorstand von Europace.
Marktanalyse: Winterliche Seitwärtsbewegung
Ich die aktuelle Marktanalyse der Value AG zeichnet für den Dezember ein Bild der Beruhigung. Nach der deutlichen Erholung im Jahresverlauf erreichen die Kaufpreise zum Jahresende ein winterliches Plateau. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand steigen im Monatsvergleich lediglich um 0,1 Prozent, während Ein- und Zweifamilienhäuser einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent verzeichnen.
Im Gegensatz dazu bleibt der Mietmarkt angespannt. Die Angebotsmieten steigen im Dezember erneut um 0,2 Prozent und setzen ihren Aufwärtstrend fort. Damit vergrößert sich die Schere zwischen Kauf- und Mietmarkt weiter.
In der Quartalsperspektive fällt die Bilanz positiver aus. Im vierten Quartal 2025 erhöhen sich die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,8 Prozent. Eigentumswohnungen legen um 0,3 Prozent zu. Besonders dynamisch zeigt sich erneut der Mietmarkt mit einem Quartalsplus von 1,04 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.
Jahresbilanz bestätigt Erholung
Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 wird die Markterholung deutlich. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuern sich jeweils um 4,4 Prozent. Mietwohnungen verzeichnen im gleichen Zeitraum ein Plus von 4,2 Prozent.
„Hinter uns liegt ein Jahr der Konsolidierung, in dem die Immobilienpreise ihr Tief endgültig durchschritten haben“, erklärt Sebastian Hein, Director bei der Value AG. „Die aktuelle Seitwärtsbewegung im Dezember ist kein Vorbote neuerlicher Abschläge, sondern ein kurzfristiges Einpendeln auf dem neuen Preisniveau. Die Jahresbilanz von plus 4,4 Prozent bei Wohnimmobilien zeigt, dass der Markt die Zinswende erfolgreich verdaut hat. Für das folgende Jahr dürfte sich der Trend trotz der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortsetzen, selbst wenn die Zinsen leicht steigen.“
Die anhaltende Dynamik auf dem Mietmarkt bleibt aus Sicht der Analysten der kritische Faktor. „Während sich die Kaufpreise im vierten Quartal beruhigt haben, ziehen die Mieten weiterhin deutlich an. Die Diskrepanz zwischen stagnierendem Neubau und ungebrochener Nachfrage sorgt dafür, dass Wohnen stetig teurer wird. Der Mietmarkt ist schlicht leergefegt. Das erhöht den Druck auf den Selbstnutzermarkt im Jahr 2026 massiv“, so Hein.













