Folgen Gold und Silber dem geopolitischen Playbook?

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Wie sind die Folgen für Gold und Silber im Iran-Konflikt?

Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran erhöht die Unsicherheit an den Märkten. Ölpreise reagieren, Aktien geraten unter Druck, Gold zieht an. Experten von Julius Bär skizzieren mögliche Szenarien – und zeigen, worauf Investoren jetzt achten sollten.

Die Entwicklung der Perpetual Futures am Wochenende zeigte eine sehr typische Reaktion von Gold und Silber auf die Eskalation im Nahen Osten. Sie heizt die optimistische Stimmung an den Märkten weiter an, aber die Zurückhaltung der indirekt beteiligten Länder und das begrenzte Risiko einer Ölkrise dürften den Preisanstieg begrenzen. Das geopolitische Szenario sorgt zwar in Zeiten erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten für Stabilität in einem Portfolio. Doch ist es unwahrscheinlich, dass der Kauf von Gold und Silber am Tag einer geopolitischen Eskalation eine profitable Strategie ist. 

Gemessen an der Performance der unbefristeten Gold- und Silber-Futures auf der Blockchain-basierten Handelsplattform Hyperliquid reagieren die Märkte sehr typisch auf die Eskalation im Nahen Osten. Die Preise stiegen sprunghaft an, als die Nachricht vom Angriff bekannt wurde, und erreichten Höchststände von über 5.465 USD pro Unze Gold und 98 USD pro Unze Silber, konnten ihre Gewinne jedoch im Laufe des Wochenendes nicht weiter ausbauen. Obwohl die Preise von Hyperliquid den zugrunde liegenden Gold- und Silbermärkten folgen, sollten sie nur als Indikator für die physischen Marktpreise angesehen werden. 

Ob es nach Beginn des Handels an den physischen Märkten zu weiteren Aufwärtsbewegungen von diesen Niveaus kommen wird, hängt davon ab, ob der Konflikt auf die derzeit beteiligten Länder beschränkt bleibt oder sich innerhalb der Region ausbreitet. Bislang scheint Ersteres wahrscheinlicher als Letzteres, da die indirekt beteiligten Länder Zurückhaltung üben. Ob es zu weiteren Aufwärtsbewegungen kommt, hängt auch davon ab, ob die Eskalation spürbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Dies erscheint uns nicht sehr wahrscheinlich, da das Risiko einer Ölkrise unserer Ansicht nach begrenzt ist. 

Der heutige Ölmarkt ist sehr gut versorgt und sollte in der Lage sein, begrenzte Störungen zu bewältigen. Dies dürfte das Aufwärtspotenzial für Gold und Silber aufgrund des Konflikts begrenzen, zumal die Preise bereits in Erwartung einer Eskalation gestiegen. Wir halten an unseren etablierten Einschätzungen fest: konstruktiv für Gold und neutral für Silber.

Autor Carsten Menke ist Head of Next Generation Research, Julius Bär.

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