Freitag, der 13.: Mythos oder reales Unfallrisiko?

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Freitag der 13. Mythos oder reales Unfallrisiko?

Freitag, der 13., gilt vielen als Unglückstag. Eine Auswertung von mehr als 130.000 Kfz-Haftpflichtschäden zeigt zwar ein leichtes Plus an Unfällen – entscheidender ist jedoch ein anderer Effekt.

Freitag, der 13., sorgt regelmäßig für Verunsicherung. Aus Sicht der Schadenstatistik besteht dafür jedoch wenig Anlass. Darauf weist die BarmeniaGothaer mit Blick auf ihre internen Auswertungen hin. Analysen über mehrere Jahre zeigen, dass an einem Freitag, der auf den 13. fällt, nicht mehr Schäden gemeldet werden als an anderen Freitagen.

„Der Aberglaube hält sich hartnäckig. Die Zahlen sprechen jedoch eine klare Sprache“, sagt Sebastian Günther, Schadencontroller bei der BarmeniaGothaer. Teilweise registriert der Versicherer an diesen Tagen sogar geringere Schadenmeldungen. Für 2024, in dem es zwei Freitage, den 13., gab, meldet die Gothaer Allgemeine rund 25 Prozent weniger Schäden als im durchschnittlichen Freitag des Jahres.


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Für 2025 lasse sich die Entwicklung noch nicht abschließend bewerten, da noch nicht alle Schadenmeldungen vollständig erfasst seien. Eine mögliche Erklärung liefert Günther selbst: „Der Aberglaube könnte dazu führen, dass Menschen an diesem Tag vorsichtiger agieren und dadurch Unfallrisiken reduzieren. So lassen sich niedrige Schadenzahlen an diesen besonderen Freitagen erklären. Ich wünsche morgen allen einen schönen und entspannten Tag – aus meiner Sicht gibt es keinen Grund für besondere Sorge.“

Freitag insgesamt besonders unfallträchtig

Während das Datum nach Einschätzung der BarmeniaGothaer keine Rolle spielt, zeigt eine Analyse der Verti Versicherung AG einen anderen Schwerpunkt. Der Kfz-Direktversicherer wertet mehr als 130.000 Haftpflichtschäden aus und kommt zu dem Ergebnis, dass sich an einem Freitag, der auf den 13. fällt, im Schnitt 6,7 Prozent mehr Kfz-Haftpflichtschäden ereignen als an regulären Freitagen. Das Plus ist jedoch nicht statistisch signifikant.

Deutlich ausgeprägter ist laut Verti der sogenannte Wochentags-Effekt. 16,7 Prozent aller ausgewerteten Schäden entfallen auf Freitage. Damit liegt der Tag vor dem Donnerstag mit 15,9 Prozent. Rund ein Drittel aller Unfälle passiert somit an den letzten beiden Arbeitstagen der Woche.

Am Wochenende sinkt das Schadenaufkommen spürbar. Samstags entfallen 13,1 Prozent der Unfälle auf die Statistik, sonntags lediglich 7,6 Prozent. Als möglicher Einflussfaktor gilt unter anderem das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen.

Wetter als maßgeblicher Schadenfaktor

Unabhängig vom Wochentag oder Datum nennt die BarmeniaGothaer vor allem großflächige Wetterereignisse als Treiber hoher Schadenquoten. Hochwasser und Sturm führen in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung regelmäßig zu deutlich erhöhtem Schadenaufkommen, da viele Versicherte gleichzeitig betroffen sind.

In der Kfz-Versicherung sorgen Glatteis und starker Schneefall zeitweise für sprunghafte Anstiege der Schadenmeldungen. Die Statistik zeigt damit: Nicht das Kalenderblatt entscheidet über das Risiko, sondern äußere Rahmenbedingungen wie Verkehrsaufkommen und Witterung.

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