Gold und Silber ohne Pause: Privatanleger sorgen für Rekordhandel

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Gold und Silber sind wieder auf Rekordjagd.

Neue Allzeithochs bei Gold und Silber haben den Handel mit physischen Edelmetallen über die Feiertage deutlich belebt. Bei BullionVault erreichten Handelsvolumen und Zahl der Erstinvestoren neue Rekorde. Warum gerade Privatanleger das Geschehen prägen, zeigt der Blick auf die aktuellen Daten.

Das Weihnachtsgeschäft 2025 markierte für den Edelmetallhandel einen außergewöhnlichen Schlusspunkt. Beim Londoner Edelmetallmarktplatz BullionVault setzte sich die dynamische Entwicklung sogar über die Feiertage hinweg fort und gewann zum Jahresstart 2026 weiter an Tempo.

BullionVault zählt inzwischen mehr als 125.000 Nutzerinnen und Nutzer in 175 Ländern und verwaltet Edelmetalle im Wert von über 7,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 60,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Dezember verzeichnete das Unternehmen mehr Erstkäufer als in jedem anderen Dezember seit der Gründung vor 21 Jahren. Die Zahl der Neukunden lag 309,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.


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Damit wurde 2025 zum drittstärksten Jahr für die weltweite Neukundengewinnung bei BullionVault. Das Ergebnis lag lediglich 10,1 Prozent unter dem Corona-Krisenjahr 2020 und 3,8 Prozent unter dem Hoch der Finanzkrise 2011. Der Start ins Jahr 2026 fiel nochmals stärker aus: Innerhalb von sechs Tagen wurde bereits das gesamte Handelsvolumen des Januars 2025 erreicht.

Rekordhandel über Weihnachten und Neujahr

Auch das Handelsvolumen erreichte neue Höchststände. In der Weihnachtswoche wechselten Edelmetalle im Wert von mehr als 126 Millionen Euro den Besitzer. Am 25. Dezember wurde mit über 3 Millionen Euro ein neuer Rekord für den ersten Weihnachtstag erzielt.

Am Neujahrstag folgte ein weiteres Hoch mit einem Tagesvolumen von 5,5 Millionen Euro bei Gold, Silber, Platin und Palladium. Dies geschah an einem Tag, an dem internationale Aktienmärkte und der stationäre Edelmetallhandel geschlossen waren.

Auf Jahressicht erreichte das Handelsvolumen 2025 mit 2,8 Milliarden Euro einen neuen Rekord und übertraf den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2020 um 17,9 Prozent. Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault, sagt: „Edelmetalle sind bereits die Anlageklasse mit der besten Wertentwicklung im bisherigen 21. Jahrhundert und haben im vergangenen Jahr alle anderen Investitionen weit hinter sich gelassen.“

Deutschland: Gold bleibt gefragt

In Deutschland stieg die Zahl der Goldkäufer im Dezember um 14,9 Prozent gegenüber dem Dreimonatstief im November. Gleichzeitig nahm die Zahl der Verkäufer um 50,4 Prozent zu. Der Gold-Investor-Index Deutschland sank dadurch leicht um 0,3 Punkte auf 56,0, blieb jedoch über dem globalen Index von 55,0.

Ein Wert über 50,0 signalisiert mehr Netto-Käufer als Netto-Verkäufer. Der Index hatte im März 2024 bei 49,2 gelegen und erreichte im März 2020 mit 82,4 sein Allzeithoch. Ash sagt: „Während die Nachfrage der Zentralbanken weiterhin einen soliden Boden für den fundamentalen Aufwärtstrend von Gold bildet, hat das Jahr 2025 gezeigt, dass es der privaten Investitionsnachfrage bedarf, um die Preise wirklich in die Höhe zu treiben.“

Gewinnmitnahmen blieben dabei moderat. Weltweit reduzierten BullionVault-Kunden ihre Goldbestände 2025 netto um rund eine halbe Tonne, was einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Der Gesamtbestand lag zum Jahresende bei 43,5 Tonnen. Wertmäßig stieg das gehaltene Goldvermögen jedoch um 44,4 Prozent auf den Rekordwert von 5,1 Milliarden Euro.

Silber mit starker Dynamik

Auch Silber verzeichnete im Dezember erhöhte Handelsaktivität. Gewinnmitnahmen von gut 1,5 Tonnen erhöhten die Nettoabflüsse 2025 auf etwas mehr als 4 Tonnen. Der Bestand sank gewichtsmäßig um 0,4 Prozent auf 1.152 Tonnen.

Wertmäßig legte das Silbervermögen der Kundinnen und Kunden dagegen kräftig zu und stieg 2025 um 116,4 Prozent auf mehr als 2,2 Milliarden Euro. In Deutschland kaufte im Dezember eine nahezu rekordhohe Zahl von Anlegern Silber. Die Zahl der Käufer lag nur 6,9 Prozent unter dem Allzeithoch vom März 2020.

Trotz eines Anstiegs der Verkäuferzahl um 96,6 Prozent gegenüber November erhöhte sich der Silber-Investor-Index Deutschland um 3,1 Punkte auf 58,8 und erreichte damit den höchsten Dezemberwert seit 2019. Ash sagt: „Silber hat die Aufmerksamkeit der Anleger wirklich auf sich gezogen, indem es auf neue Rekordpreise sprang und eine starke Outperformance gegenüber Gold lieferte.“

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